Mit voller Kapelle
Dortmund heiß auf Klopp

Mit allen Stars statt mit einer B-Elf - anders als im Revierderby beim FC Schalke tritt der BVB im Viertelfinal-Rückspiel der Europa-League bei Liverpool an. Weiterkommen mit einem Sieg wäre historisch.

Liverpool. (dpa) Im Meisterkampf mit halber Kraft, in der Europa-League mit voller Kapelle - nach der vieldiskutierten XXL-Rotation auf Schalke steht der BVB in der Pflicht. Beim Viertelfinal-Rückspiel gegen den vom einstigen Dortmunder Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool will die Borussia zeigen, dass sich der Verzicht auf acht Profis im Revierderby gelohnt hat. Geschonte Stars wie Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang sollen am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1) zum ersten Sieg eines deutschen Teams an der Anfield Road beitragen.

"Die Europa-League hat eine sehr große Bedeutung für uns, das hat die Aufstellung am Sonntag auf Schalke gezeigt", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke beim Abflug aus Dortmund. "Die ganze Wiedersehens-Arie ist jetzt durch", meinte er im Rückblick auf den Hype um Klopp im Hinspiel. "Ich weiß, dass die Mannschaft zu 120 Prozent bereit ist."

Ähnlich optimistisch geht Trainer Thomas Tuchel trotz des ernüchternden 1:1 in der Vorwoche die Aufgabe an: "Es fühlt sich besser an als im Hinspiel. Der Fokus lässt sich leichter auf das rein Sportliche legen."

Dennoch steht in Liverpool ein kniffliger Kraftakt bevor. Die bisher wenig ermutigende Bilanz deutscher Vereine an der Anfield Road kann Sportdirektor Michael Zorc jedoch nicht schrecken. "Wir waren das erste deutsche Team, das bei den Tottenham Hotspur gewonnen hat. Jetzt wollen wir als erstes deutsches Team auch in Liverpool gewinnen."

Nur ein Sieg oder ein Unentschieden mit mindestens zwei eigenen Treffern bewahrt den Bundesliga-Zweiten vor dem ersten großen Rückschlag in der bisher erfolgreichen Ära von Tuchel. Anders als zuletzt wird sich der Klopp-Nachfolger diesmal nicht den Luxus erlauben, freiwillig auf Stars zu verzichten. Zudem scheint auch Ilkay Gündogan nach ausgestandener Fußprellung wieder voll belastbar.

Die hohe Wertschätzung der Dortmunder für den Gegner kommt nicht von ungefähr. Mehr und mehr scheint die Arbeit von Klopp bei seinem neuen Club zu fruchten - vor allem im Angriff. Seit Jahresbeginn haben die Reds in der Premier League 28 Treffer erzielt - soviel wie kein anderer Ligakonkurrent. Nicht zuletzt deshalb geht Fußball-Lehrer Klopp mit Respekt, aber auch mit Zuversicht in die Patie: "Es ist nicht so, dass wir mit der weißen Fahne einlaufen. Aber wir wissen, wie stark Borussia Dortmund ist. Die können überall auf der Welt zwei Tore schießen."
Es ist nicht so, dass wir mit der weißen Fahne einlaufen.Liverpool-Coach Jürgen Klopp
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.