Mit Vollgas gegen zu viel Euphorie

Die deutschen Handballer sorgen bei der WM für Furore. Auch gegen Außenseiter Saudi-Arabien wollen Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Paul Drux (von links) die Party fortsetzen. Bild: dpa

Für Deutschlands Handballer ist der Gruppensieg bei der WM in Katar zum Greifen nah. Um im Rhythmus zu bleiben, fordert Bundestrainer Dagur Sigurdsson auch gegen Außenseiter Saudi-Arabien "Vollgas". Teammanager Oliver Roggisch warnt trotz des guten Abschneidens vor Euphorie.

Bei einem Trip in die Wüste durften Deutschlands Handballer am Tag nach dem Einzug ins Achtelfinale der WM ein wenig entspannen. Im letzten Vorrundenspiel am Samstag (17.00 Uhr live bei Sky) in Doha gegen Saudi-Arabien ist wieder volle Konzentration gefragt, schließlich geht es um den Gruppensieg. "Wir wollen das Spiel mit Vollgas angehen, damit unser Rhythmus aggressiv und gut bleibt", gab Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Freitag als Marschrichtung vor.

Mit einem Sieg gegen den Außenseiter wird die deutsche Mannschaft Erster der Gruppe D und spielt im Achtelfinale am Montag gegen der Vierten der Staffel C. "Natürlich wollen wir unseren Rhythmus halten und auf Sieg spielen und Gruppensieger werden. Das ist für uns eine Ehrensache", sagte der Isländer.

Erholung für Stammspieler

Nach dem vorzeitig gesicherten Platz in der K.-o.-Runde wird Sigurdsson seiner zweiten Garde im abschließenden Gruppenspiel vermehrt Einsatzzeiten gewähren und dafür seinen Stammspielern längere Erholungsmöglichkeiten geben. "Wir werden sicherlich etwas mehr wechseln", kündigte der Bundestrainer vor der Partie gegen den noch punktlosen Außenseiter an. Das Team aus Saudi-Arabien wurde am Freitag durch die Nachricht vom Tod des Königs Abdullah geschockt.

Auch wenn die Handball-Exoten im bisherigen Turnierverlauf nicht über die Rolle eines Punktlieferanten hinauskamen, nimmt sie Patrick Groetzki ernst. "Man kann zwar zugeben, dass wir da den deutlich schwächsten Gegner der Gruppe haben. Aber wir gehen da trotzdem mit viel Respekt ran", sagte der Rechtsaußen von den Rhein-Neckar Löwen, der am Donnerstagabend mit sieben Treffern bester deutscher Torschütze beim 28:23 gegen Argentinien war.

Trotz des bisher überraschend guten Abschneidens der deutschen Handballer warnte Teammanager Oliver Roggisch vor Euphorie. "Bislang haben wir gar nichts erreicht", sagte Roggisch im ZDF-Morgenmagazin. "Eine Medaille ist noch in weiter Ferne." Mit dem bisherigen Auftreten zeigte er sich überaus zufrieden, nachdem die DHB-Auswahl nur dank einer Wildcard überhaupt nach Katar reisen durfte.

Einen Wunschgegner für das erste K.-o.-Spiel gibt es im DHB-Lager nicht, aber natürlich macht man sich bereits Gedanken über den Kontrahenten. "Wir wollen da möglichst gegen den Vierten spielen. Ägypten hat Unentschieden gegen Schweden gespielt. Von daher kommt da ein richtig schwerer Gegner auf uns zu", prognostizierte Groetzki.

Spanien als Erster weiter

Titelverteidiger Spanien ist bei der Handball-WM in Katar als Sieger der Vorrundengruppe A ins Achtelfinale eingezogen. Der Weltmeister gewann gegen den WM-Vierten Slowenien mit 30:26 (14:10) und belegt ohne Punktverlust Platz eins. Brasilien erreichte durch ein 30:22 (13:12) gegen Chile als Vierter die K.-o.-Runde. In der Gruppe B eroberte Tunesien den letzten Achtelfinalplatz durch einen 30:23 (12:12)-Erfolg gegen den WM-Neuling Iran.
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