Motorradsport
Deutsches Motorrad-Duo nicht nur ein Team

Sandro Cortese (links) und Jonas Folger bilden in der am Sonntag beginnenden Motorrad-WM ein Team. Allerdings: Beide Moto2-Piloten wollen den Mannschaftsgedanken nicht überstrapazieren. Im Vordergrund steht der persönliche Erfolg. Bild: dpa

Im deutschen Moto2-Dynavolt-Intact-GP-Team fahren in dieser Saison zwei deutsche Piloten: Sandro Cortese und Jonas Folger. Beide sollen für Erfolge sorgen. Doch es wird nur wenig Gemeinsames geben.

Doha. Hinter ihren Namen steht die selbe Teambezeichnung, ihre Motorräder haben die gleiche Lackierung, ihre Rennkombis unterscheidet nur die Größe: Sandro Cortese und Jonas Folger bilden in der neuen Saison der Motorrad-Weltmeisterschaft ein Team. Und auch das Motto ist gleich: "Gemeinsam gegeneinander". Denn eines unterstreichen die beiden hoffnungsvollsten deutschen Piloten vor dem ersten Rennen am Sonntag in Katar: "Wir sind Konkurrenten. Jeder fährt und kämpft für sich allein."

"Zumindest im Wettkampf", relativiert Folger. Er wechselte ins Dynavolt-Intact-GP-Team, in dem Cortese bereits seit drei Jahren unterwegs ist. "Im Qualifying kann es durchaus passieren, dass wir uns gegenseitig zu besseren Rundenzeiten ziehen", meint der Schwindegger. Er soll dem in Memmingen beheimateten Team zu dem Erfolg verhelfen, dem es zuletzt hinterher fuhr. "Ganz klar: Wir hatten uns in den drei Jahren mehr erwartet. Dass es nicht dazu kam, hat viele Gründe. Einer liegt bei mir", sagt Cortese selbstkritisch.

Für den bislang letzten deutschen Weltmeister ist die Vergrößerung des Teams ein Neustart. "Die Jahre allein in dem Team waren wunderschön. Die ganze Aufmerksamkeit aller im Team galt mir. Aber sie waren auch schwer, weil einzig meine Informationen das Bike veränderten. Aus technischer Sicht ist die neue Konstellation jetzt besser", erklärt Cortese. Sein neuer Teamkollege Folger warnt jedoch: "Man kann nicht von mir auf Sandro schließen und umgekehrt." Vor dem Saisonstart am Sonntag in Doha sind die Erwartungen hoch. "Wir werden optimal vorbereitet sein", versichert Cortese. Folger, im vergangenen Jahr als Moto2-Neuling gleich zweimal siegreich und in den Vorsaison-Tests schon wieder bärenstark unterwegs, will aber an einen Titelgewinn keinen Gedanken verschwenden. "Allein die Tatsache, dass mit Weltmeister Johann Zarco und dem WM-Zweiten Alex Rins die Protagonisten des Vorjahres in dieser Klasse geblieben sind, zeigt, wo die Favoritenbürde liegt."
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