Motorsport
Entscheiden die Starts über den WM-Titel?

Monza. Das Start-Duell ging auch nach dem souveränen Sieg von Nico Rosberg beim Europa-Finale der Formel 1 vor Lewis Hamilton weiter. "Jetzt kommt es mehr auf den Fahrer an", betonte Rosberg. "Da stimme ich nicht zu", konterte Hamilton umgehend. Schuld an seinem miesen Start in Monza hatte nach Meinung des Briten die inkonstante Kupplung an seinem Formel-1-Mercedes. Er nicht.

"Wir haben unser System deutlich verbessert, aber diesmal haben Maschine und Mensch es nicht hinbekommen", kommentierte Teamchef Toto Wolff die Szene, die den Großen Preis von Italien binnen Zehntelsekunden nach dem Erlöschen der Roten Ampeln entschied. Es gehe aber nicht darum, dass der eine den anderen anschuldige. Allerdings stellte auch Wolff fest: "Der Fahrer hat mehr Verantwortung."

Denn die Piloten bekommen dann, wenn es drauf ankommt in der Startphase keine Anweisungen und Tipps mehr von der Box. So will es das Regelwerk in dieser Saison. Hinzu kommt der Wechsel von zwei Kupplungshebeln am Lenkrad auf nur noch einen. Die Pole ist gut und schön, einen schlechten Start kann sie nicht kompensieren. Hamilton verzockte schon vier von sieben Pole-Positions in diesem Jahr.

In Monza, wo er seinen Teamkollegen und WM-Verfolger Rosberg in der Qualifikation mit einem Vorsprung von fast einer halben Sekunde gedemütigt hatte, fand sich Hamilton nach seinem Stotterstart auf Rang fünf im Feld wieder. Platz zwei konnte er beim ersten Rosberg-Erfolg in Monza retten, der WM-Vorsprung schmolz aber auf nur noch zwei Punkte vor dem Sieben-Länder-Übersee-Trip.

"Hamilton ist möglicherweise einer der Größten, die wir je gesehen haben", schrieb die britische "Times" am Montag. "Doch seine schwachen Punkt sind ein Hebel, den man Kupplung nennt, und die bedeutende Startphase." Auch Rosberg hatte seine Probleme. Er arbeitete aber daran. So wie er im Urlaub noch mal seine Fitnesswerte steigerte, so wie er zwischen den Saisons immer wieder an kleinsten Details, wie die Atmung in Kurven, arbeitet. So sind die Starts Hamiltons größtes Problem auf dem Weg zu Grand-Prix-Sieg Nummer 50 in den nächsten Rennen und Titel Nummer 4 am Ende der Saison.
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