Motorsport
Hamilton Fleiß-Weltmeister

Lewis Hamilton (links) und Nico Rosberg präsentierten am Montag ihr neues Dienstfahrzeug, den Mercedes F1 W07 Hybrid. Bild: dpa

Barcelona. Selbst der sagenhafte Fleiß-Weltmeister Lewis Hamilton ist zum Auftakt der Formel-1-Testfahrten in Barcelona an die Spitzenzeit von Sebastian Vettel nicht herangekommen. Der Heppenheimer sicherte sich auf dem Circuit de Catalunya die erste Tagesbestzeit und schürte damit die Hoffnungen von Ferrari auf einen erfolgreichen WM-Kampf.

Hamilton fehlte am Montag zwar eine knappe halbe Sekunde, doch mit 156 Umläufen dokumentierte der Brite die enorme Zuverlässigkeit seines Mercedes. Mehr als zwei komplette Grand-Prix-Distanzen spulte Hamilton auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs ab - so viele wie kein anderer Pilot.

Vettel hatte nach einem unspektakulären Übungstag in Spanien, an dem nur ein gebrochener Frontflügel an Romain Grosjeans HaasF1 für etwas Aufregung sorgte, 69 Runden auf seinem Konto. Von solchen Zahlen konnte Debütant Pascal Wehrlein nur träumen. Mehr als drei Sekunden Rückstand hatte der Sigmaringer in seinem Manor am Ende als Neunter auf Vettel. Mit 54 Runden konnte er seinen neuen Wagen aber richtig kennenlernen. Hamiltons Stallrivale Nico Rosberg löst den Briten vorübergehend am Dienstag ab, Nico Hülkenberg muss sich mit seinem Force India noch bis Mittwoch gedulden.

Von seinem Status als Nummer eins der Branche will sich Mercedes nach zwei dominierenden Jahren nicht verabschieden. "Wir vertrauen unseren Leuten, aber wir haben stets einen 'Das Glas ist halb leer'-Ansatz", erklärte Motorsportchef Toto Wolff. "Wir bleiben bescheiden, mit beiden Füßen auf dem Boden, und geben alles."

Einbremsen will Wolff seine Piloten Hamilton und Rosberg auch künftig nicht. "Das haben wir in den vergangenen beiden Jahren so praktiziert und das werden wir in diesem Jahr so fortsetzen. Beide Fahrer sind Profis", versicherte Wolff. Mit zwei konkurrenzfähigen Fahrern im selben Team werde es aber "niemals einfach".

Reibungslos lief die offizielle Präsentation des neuen Silberpfeils ab. Kurz vor dem Testauftakt enthüllten Hamilton und Rosberg in der Boxengasse ihren neuen F1 W07. Breiter ist die Airbox, Teile der Lackierung im Heck deutlich dunkler als beim Vorgänger. Insgesamt wurden an dem neuen Silberpfeil Details weiterentwickelt.

Rosbergs drei Siege zum Saisonende 2015 machen Hamilton nach eigener Aussage "nicht besonders nervös". Es sei eher Motivation. "Es hat dafür gesorgt, dass ich dachte: "Okay, im nächsten Jahr wird Nico super schnell und super stark sein. Also muss ich sicherstellen, dass ich die Messlatte weiter anhebe."
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