Motorsport
Mächtig Zoff in der DTM

Der Deutsche Motorsport Bund hat entschieden: Der Gewichtsvorteil von BMW bleibt in der Deutschen Tourenwagen Masters bestehen. Bild: dpa

Zandvoort. Knatsch im Deutschen Tourenwagen Masters: Ein Streit zwischen den Herstellern Audi, BMW und Mercedes-Benz sowie dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) überschattet das sportliche Geschehen vor dem Rennwochenende im niederländischen Zandvoort. Hintergrund ist ein gemeinsamer Antrag der drei Automobilmarken an die Sportbehörde. Diese forderten, einen Teil der Zugeständnisse, die BMW wegen eines angeblich konstruktionsbedingten Performance-Rückstandes am BMW M4 DTM hat, rückgängig zu machen.

"Nach sorgfältiger Analyse des vorliegenden Datenmaterials, basierend auf den Faktoren "theoretische Rundenzeiten", "Topspeed" und "Gewichtssensitivität", kommt der DMSB zu dem Ergebnis, dass kein signifikantes Ungleichgewicht in der Performance der DTM-Fahrzeuge festzustellen ist", teilte der DMSB mit. "Es gibt daher derzeit keine Veranlassung, in den Verlauf der Meisterschaft einzugreifen."

Audi und Mercedes zeigten kein Verständnis für diese Entscheidung. "Nach Prüfung der Daten und eingehender Diskussion haben sich BMW, Mercedes-Benz und Audi gemeinschaftlich für eine Nachjustierung der vor der Saison gewährten Sonderregeln ausgesprochen", sagte die Audi AG der dpa. Dass der DMSB zu einem konträren Entschluss komme, sei für Audi mit Blick auf die Ergebnisse der gemeinsamen Analyse der Hersteller "nicht nachvollziehbar". Mercedes-Benz habe die Entscheidung des DMSB zur Kenntnis genommen, könne diese aber nicht nachvollziehen.

Vor dem Saisonauftakt in Hockenheim hatten die Hersteller und die DTM-Dachorganisation ITR gemeinsam einen Antrag an den DMSB gestellt. BMW sollte 2016 mit einem 7,5 Kilogramm leichteren Auto als die Konkurrenten starten dürfen. Zudem wurde den Münchnern gestattet, die Heckflügel am BMW M4 DTM um fünf Zentimeter zu verbreitern. Den aktuellen Antrag, der sich darauf bezieht, den Gewichtsvorteil von BMW wieder auszugleichen, lehnte der Dachverband ab.

Mit Blick auf die bisherigen Resultate und die Gesamtwertung scheint der DMSB-Beschluss indes nachvollziehbar. Nach acht von insgesamt 18 Läufen liegen in Marco Wittmann (BMW/75 Punkte), Edoardo Mortara (Audi/73) und Paul Di Resta (Mercedes/70) drei Fahrer von drei Marken in der Gesamtwertung eng beieinander vorne. In den ersten acht Rennen standen acht verschiedene Fahrer auf der Pole-Position. Zudem gab es sieben verschiedene Sieger.
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