Motorsport
Rosberg macht Rechnung auf

Nico Rosberg (links) und Lewis Hamilton (rechts) auf dem Siegerpodest von Austin: Victoria Vowles von der Mercedes-Marketingabteilung strahlt mit den Fahrern um die Wette - und dient gleichzeitig als Puffer zwischen den beiden Erzrivalen. Bild: dpa

Austin. Lewis Hamilton genoss den exquisiten Champions-Club. Nico Rosberg musste nach dem verpassten Premieren-Sieg in den USA dagegen um Aufmerksamkeit kämpfen. In einer Woche könnte das ganz anders sein, nach ein bisschen Durchatmen in Austin geht es für den 31 Jahre alten Deutschen zur möglichen Titelentscheidung der Formel 1 nach Mexiko.

Gewinnt Rosberg wie vor einem Jahr bei der Premiere, und Hamilton wird maximal Zehnter, ist Rosberg Weltmeister. "Natürlich bin ich mir dessen bewusst, es ist eine offensichtliche Rechnung, die jeder anstellt", sagte Rosberg mit lauter Stimme.

Punkte gutgemacht


Sieben Punkte machte Hamilton durch seinen Sieg vor Rosberg und Daniel Ricciardo von Red Bull sowie dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel im Ferrari gut. Sieben von 33. 26 Punkte Vorsprung hat Rosberg damit vor den abschließenden drei Rennen am Sonntag in Mexiko sowie danach in Brasilien und Abu Dhabi. So kurz vor dem großen Ziel will er seine Herangehensweise weiterhin nicht ändern und keine Gedanken an den WM-Titel verschwenden. "Ich will mich auf Mexiko und den Sieg dort beim Rennen konzentrieren", Platz zwei in Austin ordnete Rosberg als Schadensbegrenzung ein, nachdem er neun der 18 bisherigen Saisonrennen für sich entschieden hat. Hamilton kommt nun auf sieben Saisonsiege, in Austin gewann er vier der fünf bisherigen Rennen.

Dieser Erfolg in den USA war dennoch ein besonderer. "Ich hatte ganz vergessen, dass es der 50. sein würde", meinte der 31-Jährige, der zuletzt am 31. Juli ausgerechnet Rosbergs Heimrennen in Deutschland gewonnen hatte. "Es ist ein bisschen surreal", meinte Hamilton - nur Michael Schumacher mit 91 und Alain Prost mit bloß einem Sieg mehr als Hamilton standen in ihren Karrieren öfter auf dem obersten Podestplatz.

Beim 18. Saisonrennen verteidigte Hamilton seine Pole. Ein Jahr nach seinem Titelgewinn in Texas leitete er mit einer souveränen Fahrt zum Sieg womöglich wieder eine Wende im WM-Duell ein. "Lewis hat wieder Oberwasser bekommen", meinte Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda.

Zuverlässige Autos


"Es geht immer hin und her zwischen den beiden. Ich bin sehr gespannt", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff und stellte sich selbst und seinem Team die wichtigste Aufgabe: "Unser Hauptaugenmerk liegt erneut darauf, beiden Jungs zwei zuverlässige Autos zur Verfügung zu stellen, damit sie den WM-Kampf weiter auf sportliche Art und Weise auf der Strecke ausfechten können."
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