Motorsport
Titelfiesta noch kein Thema

Lässt die Mercedes-Crew Nico Rosberg bereits nach dem Großen Preis von Mexiko als Formel-1-Weltmeister hochleben? Der WM-Führende müsste dazu Platz eins belegen und Konkurrent Lewis Hamilton höchstens als Zehnter ins Ziel kommen. Bild: dpa

Nico Rosberg könnte seine WM-Sehnsucht schon in Mexiko stillen. Doch Lewis Hamilton will im hochspannenden Titelkampf der Formel 1 noch einmal die Wende einleiten. Das WM-Drama spitzt sich zu. Wer beweist mehr Nervenstärke?

Mexiko-Stadt. Seinen WM-Gipfelsturm will Nico Rosberg schon in der Höhenluft von Mexiko krönen. Im Idealfall kann der Mercedes-Pilot bereits an diesem Sonntag (20.00 Uhr/RTL und Sky) auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel zum dritten deutschen Formel-1-Champion aufsteigen. Gewinnt Rosberg wie schon im Vorjahr und kommt sein ungeliebter Teamkollege Lewis Hamilton nicht über den zehnten Platz hinaus, wird aus der Siegersause mit Sombrero die ultimative Titelfiesta.

"Natürlich ist es toll und spannend, zum Ende des Jahres im Kampf um die Weltmeisterschaft zu stecken. Aber ich möchte es simpel halten", erklärte Rosberg vor dem Nervenduell im mit 25 Millionen Einwohnern pulsierenden Ballungsraum Mexiko-Stadt. Wie schon die gesamte Saison über will er sich aber nur auf das Nahziel fokussieren. "Während eines Rennwochenendes kann viel passieren, was du nicht selbst in der Hand hast. Das Beste wird sein, all dies außen vor zu lassen und sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Das hat für mich bislang am besten funktioniert und so fühle ich mich am stärksten."

Nach seinem Formel-1-Einstieg zur Saison 2006 hat Rosberg nun alle Karten für den WM-Coup in der Hand. Selbst wenn sein Stallrivale alle drei verbleibenden Rennen gewinnen sollte, würden dem Deutschen zwei zweite Plätze und ein dritter Rang genügen. Eventualitäten kümmern den Sohn von Keke Rosberg, der 1982 mit nur einem Grand-Prix-Sieg Weltmeister wurde, aber nicht im geringsten. "Was nicht in meinen Händen liegt, blende ich komplett aus", betonte er.

Trotz 26 Punkten Rückstand will Hamilton seinem Stallrivalen noch die Schau stehlen und seinen dritten WM-Titel in Serie einfahren. "Der Moment, in dem du aufgibst, ist der Moment, in dem du verlierst. Ich war nie jemand, der aufgegeben hat, und werde jetzt auch nicht damit anfangen", versicherte der Mann aus Stevenage, der sich nach seinem Sieg in den USA wieder im Aufwind wähnt. Doch Hamilton weiß ganz genau, dass ihn ein Crash oder erneute technische Probleme an seinem Silberpfeil komplett ausbremsen können.

"Wir nähern uns dem Ende der Saison. Beide haben alles zu gewinnen und alles zu verlieren", konstatierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Nerven werden nun eine immer stärkere Rollen spielen. "Es gibt keine psychologische Kriegsführung, wie wir sie in den vergangenen Jahren gesehen haben", meinte Wolff weiter. Nach dem vorzeitigen Gewinn der Konstrukteurwertung hofft Wolff auf einen störungsfreien WM-Zweikampf seiner beiden Mercedes-Piloten.

Was nicht in meinen Händen liegt, blende ich komplett aus.Nico Rosberg
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