Müller-Wohlfahrt Mannschaftsarzt bis 2016 - Für Sammer delikates Thema beendet
Doc behandelt Nationalelf weiter

Der Münchener Sebastian Rode (rechts) - hier im Zweikampf mit dem Hoffenheimer Pirmin Schwegler erhielt von Trainer Pep Guardiola ein Sonderlob. Bild: dpa
Der FC Bayern wollte die unliebsame Diskussion um den Bruch mit Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am liebsten ganz schnell beenden und wies jede Verantwortung von sich. "Keiner hat ihm die Schuld an der Niederlage in Porto gegeben", sagte Sportvorstand Matthias Sammer und erklärte das delikate Thema kurzerhand für beendet. "Für Bayern München ist es eine Stilfrage, in solchen Situationen die Dinge kurz und prägnant zu beantworten", erklärte er. Man müsse nicht zusätzlich versuchen, "Dinge zu interpretieren oder hochzuspielen. Es ist die Entscheidung von Müller-Wohlfahrt. Wir haben es zur Kenntnis genommen und es bedauert. Es ist alles dazu gesagt."

In Schweigen gehüllt

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hüllte sich daher in Schweigen und verschwand nach dem Spiel wortlos. Zuvor war in den Medien spekuliert worden, dass es nach dem 1:3 in Porto zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Rummenigge und dem langjährigen Bayern-Doc gekommen sein soll. Müller-Wohlfahrt hatte zusammen mit seinem medizinischen Stab das Ende seiner Tätigkeit für den FC Bayern damit begründet, dass er vom Verein für die Hinspiel-Pleite in der Champions-League verantwortlich gemacht worden sei.

Müller-Wohlfahrt, für den in Sinsheim Volker Braun auf der Bank saß, will sich zu seiner Demission nach 38 Jahren noch dezidiert äußern. Auswirkungen auf seine Aufgabe beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird der Rückzug nicht haben. "Oliver Bierhoff hat mit ihm Kontakt gehabt. Wir haben mit ihm klar vereinbart, dass er bis zur Europameisterschaft 2016 Mannschaftsarzt bleibt. Daran wird sich auch nichts ändern", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Gravierendes passiert

Sky-Experte Stefan Effenberg mutmaßte: "Es muss etwas Gravierendes passiert sein. Denn Müller-Wohlfahrt trifft so eine Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus. Da müssen gewisse Dinge in den letzten Wochen und Monaten vorgefallen sein, dass er mit dem kompletten Ärzteteam zurücktritt." Nicht nur für ihn sei es "ein Schock" gewesen, als er vom Rücktritt Müller-Wohlfahrts erfahren habe. "Er ist eine Ikone seines Fachs. Viele Sportler schwören auf ihn. Klar ist es ein Verlust, auch für Bayern München", sagte der Blondschopf.
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