Müllers Traumtor
Bayern-Stürmer bricht gegen Darmstadt den Bann

Thomas Müller (links) machte zwei Tore und sorgte sich danach auch noch um den Mundschutz von David Alaba. Bild: dpa

München. Seinen Beitrag zum "Tor des Jahres" erklärte Thomas Müller als Notlösung. "Anders ging es halt nicht, dementsprechend sah es akrobatisch aus", schilderte der Weltmeister seinen spektakulären Fallrückzieher, mit dem der Doppeltorschütze den FC Bayern zum 3:1 gegen Darmstadt 98 und einer doch noch geglückten Einstimmung für die große Champions-League-Aufgabe gegen Juventus führte. "Wir haben gezeigt, dass wir einen guten Spirit haben. Ich freu' mich auf Turin", sagte der von Teamkollegen und Gegenspielern bestaunte Nationalspieler. "Thomas Müller ist mehr als ein Phänomen", schwärmte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer über den "Führungsspieler".

Die Supermänner


Wer vorn Supermänner wie Müller und Robert Lewandowski hat, der kann an diesem Montag eben auch mit einer Zwergenabwehr hoffnungsfroh zum Achtelfinal-Hinspiel nach Italien reisen. "Angst haben wir nicht, wir haben Respekt", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach der Generalprobe, bei der wieder einmal Müller (49./71. Minute) und Lewandowski (71.) die Erfolgsgaranten waren. "Das war eine gute Vorbereitung. Juve kann auch gut verteidigen", meinte Lewandowski: "Wichtig ist, dass wir offensiv gut spielen und viele Tore schießen." Müllers Doppelpack gegen Darmstadt, mit dem er das 0:1 zur Pause durch ein feines Kopfballtor des Ex-Münchners Sandro Wagner (26.) wendete, war spektakulär. Beim 1:1 nahm der Nationalstürmer den Ball mit der Brust an und traf mit einem Volleyschuss ins rechte Eck. Beim 2:1 nahm er die Kugel wieder mit der Brust mit und krönte die Aktion überragend mit dem Rücken zum Tor stehend. "Ich musste den Ball irgendwie Richtung Tor bugsieren. Es war nicht hundert Prozent so geplant, aber es sah gut aus", schilderte Müller zufrieden. Trotz fünf gesperrter Leistungsträger machte aber der Aufsteiger aus Darmstadt den Bayern das Siegen schwer. Schuld daran waren auch die Bayern selbst, wie Müller nach dem Saisonrekord von 36 Torschüssen kritisch anmerkte. "Unsere Chancenverwertung war nicht so gut, das hat uns die Probleme bereitet. Da müssen wir gegen Juventus eine andere Performance hinlegen", mahnte er in punkto Effektivität.

Tasci keine Alternative


Die kniffligste Aufgabe bleibt für Trainer Pep Guardiola das Abwehrpuzzle. Gibt es eine Alternative zum Wagnis mit Joshua Kimmich (1,76 Meter) und David Alaba (1,80 Meter) im Deckungszentrum? "Natürlich habe ich eine Idee", erklärte der Katalane - ohne sie zu verraten. Der immerhin 1,86 Meter große Serdar Tasci scheidet als Lösung aus. Beim 52-Minuten-Debüt des ehemaligen Stuttgarters im Bayern-Trikot war die fehlende Wettkampfpraxis nicht zu übersehen. Beim Gegentor agierte der Leihspieler von Spartak Moskau orientierungslos. Dennoch war Tasci dankbar fürs Debüt: "Es war ein hervorragendes Gefühl."
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