München.
Fiese Viren, mutlose Römer, lockere Bayern

(mr) Das, was Fußballer in halb Europa und ganz Deutschland zuletzt kaum schafften, gelang am Mittwoch diesen fiesen Viren. Sie stoppten Arjen Robben. Wegen eines Magen-Darm-Infekts musste der Holländer im Bayern-Trikot im Champions-League-Spiel gegen den AS Rom passen. Robben war an diesem Abend wohl nur in den eigenen vier Wänden flott unterwegs.

Dabei hätte der Flügelflitzer dem Bayern-Spiel gut getan, denn die Römer verbarrikadierten sich bei der 0:2-Niederlage im Münchner Norden und wollten so gar nicht mitspielen. "Das war überhaupt nicht einfach für uns", erklärte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. "Teilweise war das ja eine Sechser-Abwehrkette." Da brauchte es auch Geduld, die die Bayern-Fans unter den 68 000 Zuschauern ihren Lieblingen auch gaben. Nach der Führung gings dann leichter.

Armutszeugnis der Römer

Als Franck Ribéry in der 38. Minute eine herrliche Kombination mit David Alaba zum 1:0 abschloss, war die Partie entschieden. Roms Coach Rudi Garcia hatte wohl nie daran geglaubt, dass seine Jungs treffen könnten. Er gab auch keine Signale, forscher aufzutreten. "In der Offensive hätten wir etwas mutiger spielen können", umschrieb er den Auftritt überaus positiv. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - ein Armutszeugnis für einen italienischen Vizemeister.

"Sie haben halt auch aus dem Hinspiel gelernt", hatte Lahm Verständnis nach den 1:7-Prügeln. Bayern-Coach Pep Guardiola zeigte von außen seinen Spielern unentwegt an, wie sie Schlupflöcher in der Rom-Defensive finden könnten. Der Trainer fand, dass sie das ganz gut gemacht hätten. "Wir haben sehr gut gespielt und dominiert." Und auch nochmal getroffen, durch Mario Götze zum 2:0 (64.). Der Torschütze wirkte nach dem Pflichtsieg kaum ausgelaugt: "Es macht Spaß. Das sieht man auf dem Platz." Kräfte wurden überall gespart: Thomas Müller etwa durfte draußen 90 Minuten entspannen.

"Nur vier Punkte Vorsprung"

Europa ist für die Bayern nach der Blitz-Qualifikation fürs Achtelfinale vorerst abgehakt, die Konzentration gilt Deutschland, zunächst dem Spiel in Frankfurt. "Wir haben in der Bundesliga nur vier Punkte Vorsprung", fiel Ribéry noch ein. "Und wir werden uns auch nicht ausruhen", versprach Jerome Boateng. Eine weitere Drohung an die Konkurrenz: Arjen Robben dürfte bis Samstag seine Viren abgeschüttelt haben.
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