"Müssen über den Tellerrand schauen"

Silvia Neid. Bild: dpa
Zum Ende der WM ist auch der Bronze-Traum noch geplatzt. Trotz Überlegenheit und vieler Chancen ist der DFB-Elf gegen England kein Tor gelungen. Das 0:1 ist enttäuschend, Neids WM-Bilanz fällt nicht euphorisch aus.

Warum hat es nicht zum versöhnlichen WM-Platz drei gereicht?

Silvia Neid: Wir haben alles gegeben, gefightet und gut gearbeitet gegen den Ball. Wir haben uns auch sehr gute Chancen herausgespielt. Nur wenn du keine Tore machst, kannst du ganz schlecht ein Spiel gewinnen. Der Elfmeter war berechtigt. Wir hatten dann noch eine tausendprozentige Chance, die wir leider nicht gemacht haben. Das ist sehr bitter, traurig. Aber so ist die Realität.

Hat Sie die Stärke der Engländerinnen, die zum ersten Mal überhaupt gegen Deutschland gewonnen haben, überrascht?

England hat mich gar nicht überrascht. Man hat ja gesehen, dass sie sich im Turnierverlauf stetig verbessert haben. Und sie haben den Sieg unbedingt gewollt. Sie waren so zweikampfstark, so clever, auch in ihrem Verhalten. Das war wirklich gut.

Gibt es die Sorge, dass Deutschland den Anschluss an die Weltspitze verliert?

Ja, wir haben immer gesagt, dass wir über den Tellerrand schauen und alle an einem Strang ziehen müssen. Ich finde gut, dass sich Trainer, sprich Colin Bell, Gedanken machen. Nur muss man halt auch dafür Sorgen, dass sich Spielerinnen weiterentwickeln, zum Beispiel im Spielaufbau oder, oder, oder. Natürlich ist die Sorge berechtigt, dass Deutschland weiter an der Spitze bleiben soll. Deswegen wundert es mich umso mehr, dass Colin Bell im laufenden Turnier Kritik übt.
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