Nach Alkoholfahrt 50 Tage hinter schwedischen Gardinen
Norweger Northug muss ins Gefängnis

Mal schaun, ob Petter Northug im kommenden Winter wieder jubeln kann. Gut möglich, dass er seine 50-tägige Gefängnisstrafe in der wichtigsten Trainingsphase absitzen muss. Bild: dpa
Norwegens Skilanglauf-Star Petter Northug muss nach seiner Alkoholfahrt hinter Gitter. Der Olympiasieger und Weltmeister wurde am Donnerstag zu 50 Tagen Gefängnis verurteilt, außerdem muss er eine Strafe von 185 000 norwegischen Kronen (22 500 Euro) bezahlen. Sein Führerschein wird ihm für fünf Jahre entzogen. Der 28-Jährige hatte im Mai betrunken einen Autounfall verursacht, sich von der Unfallstelle entfernt und behauptet, sein Freund habe den Wagen gefahren.

"Im Nachhinein sehe ich ein, dass die Falschaussage bei der Polizei ein Fehler war", sagte Northug nach einem Bericht des Senders NRK vor dem Gericht in Trondheim. "Als ich auf der Polizeistation aufwachte und verhört wurde, war ich in einem Schockzustand und konnte die Situation nicht erfassen."

Mit dem Urteil blieb das Gericht in Trondheim unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Strafmildernd wirkte sich aus, dass Northug noch am selben Tag alle Anklagepunkte eingestanden und damit den Prozess verkürzt hatte. Zudem erkannte die Richterin an, dass ihn sein Freund, der mit im Wagen gesessen hatte, mehrfach aufgefordert hatte, sich vom Unfallort zu entfernen.

In einem kurzen Pressestatement sagte Northug nach der Urteilsverkündung: "Das war ein schwerer Tag für mich, ich wurde an meine gedankenlosen Handlungen erinnert. Ich habe meine Nächsten und die, die zu mir aufblicken, enttäuscht. Ich werde mich für den Rest meines Leben dafür schämen."

Wie die Strafe gesühnt wird, entscheidet nicht das Gericht sondern die sogenannte Kriminalfürsorge. Northug kann nun beantragen, seine Strafe in der Trainingspause abzusitzen. Sollte dies abgelehnt werden, ist seine Teilnahme an den Weltmeisterschaften Mitte Februar im schwedischen Falun gefährdet. Da die norwegischen Gefängnisse überfüllt sind, ist es auch möglich, dass der Profisportler eine elektronische Fußfessel bekommt und einen bestimmten Radius um seine Wohnung nicht verlassen darf. Auch das würde sein Training erheblich beeinflussen.
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