Nach dem 2:1-Sieg in Köln fordern die Überflieger als Dritter den Rekordmeister
Augsburger heiß auf die Bayern

Die fast wundersame fußballerische Entwicklung des FC Augsburg steuert dem vorläufigen Gipfel entgegen. Wer auch immer prophezeit hätte, dass das 60-Kilometer-Nachbarschaftsduell des 15. Spieltags zur Top-Partie zwischen dem Nicht-mehr-Underdog und dem großen FC Bayern wird - er wäre der maßlosen Übertreibung bezichtigt worden. Trainer Markus Weinzierl wollte das Lächeln gar nicht mehr vergehen. Nach dem Vereinsrekord des vierten Erstligaerfolgs in Serie mit dem 2:1 (0:1) beim 1. FC Köln reckte er die Faust in die kalte Luft des Rheinlands. "Wenn's läuft, dann läuft's", befand er.

Die Münchner sind gewarnt. "Es spielt der Erste gegen den Dritten. Wir werden mit sicherlich großem Respekt nach Augsburg gehen", beteuerte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Keiner hat damit gerechnet vor der Saison, dass Augsburg jetzt auf dieser Position steht", fügte der Boss des Tabellenführers vor dem unverhofften Liga-Knüller am Samstag hinzu.

Die Augsburger Profis feierten nach den Premierentreffern im FCA-Trikot durch Nikola Djurdjic (53.) und den fünf Minuten zuvor eingewechselten Alexander Esswein (90.) mit den Fans. Gemeinsam hüpften sie wie kleine Kinder, denen die tanzende "Augsburger Puppenkiste" so richtig Spaß macht. Da hoben sie ab - in der Realität des Fußballs tut das keiner. "Das ist eine überragende Momentaufnahme. Und jetzt haben wir ein überragendes Spitzenspiel", kommentierte der defensive Mittelfeldmann Daniel Baier, sagte aber auch: "Wir halten den Ball flach. Wir haben noch immer größten Respekt vor der Liga."

Cool und erfolgreich

Muss eigentlich nicht sein. Denn wer so cool und erfolgreich agiert wie die Weinzierl-Auswahl, müsste selbst mit allerhöchstem Respekt beäugt werden. Der Rekordmeister indes sei am Samstag "haushoher Favorit", ließ Weinzierl wissen, ehe er ergänzte: "Wir haben keine Angst und lassen uns keine Angst machen."

In Augsburg nehmen sie's ohnehin mit Besonnenheit und Gelassenheit, lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wie beim 3:1 gegen Hamburg machten sie den Rückstand wett, obschon Weinzierl nach dem 0:1 von Köln vor 48 500 Zuschauern durch Anthony Ujahs fünften Saisontreffer (13.) festhielt, "dass es irgendwie auch glücklich war".
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