Nach Gold völlig ausgeflippt

Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Laura Dahlmeier (von links) jubeln über Staffelgold bei der WM. Bild: dpa

Freitag, der 13. ist für die deutschen Biathletinnen ein Glückstag. Bei der Weltmeisterschaft haben sie mit der Staffel den großen Coup gelandet. Eine Medaille war das Ziel - am Ende liefen sie zum umjubelten Titel.

Als Laura Dahlmeier mit der wehenden deutschen Fahne und einem Jubelschrei ihren Teamkolleginnen in die Arme gefallen war, flippten die Vier nach ihrem Sensationscoup völlig aus: Dank einer famosen Teamleistung haben Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Laura Dahlmeier am Freitag bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Kontiolahti Staffel-Gold geholt und für einen absoluten Gänsehautmoment gesorgt. Zugleich machten sie das Olympia-Debakel von Sotschi mit Platz elf vergessen. "Es ist ein brutal schönes Gefühl, einfach geil", jubelte Dahlmeier, für die die Schlussrunde zum Schaulaufen wurde, nach dem ersten deutschen Staffel-Gold seit 2012. Dahlmeier & Co setzten sich mit sechs Nachladern mit einem souveränen Vorsprung von 1:00,3 Minuten vor Frankreich und Italien (1:06,1 Minuten) durch.

Hinz mit Spitzenleistung

"Ich bin total baff und einfach nur überglücklich. Ein Traum wird wahr", sagte WM-Debütantin Hinz, die dank einer Spitzenleistung an Position drei ihr Team entscheidend in Front gebracht hatte. "Mir fehlen die Worte, das ist der Wahnsinn", sagten die beiden "Franzis" unisono. Auch Bundestrainer Gerald Hönig, der nach dem Gold-Schuss von Laura Dahlmeier die Arme in die Höhe riss und ein paar Freudentränen vergoss, war angesichts der Nervenstärke seiner Mädels überwältigt: "Dass die Truppe das dieses Jahr schon so bewältigt, das war nicht unbedingt vorauszusehen. Ich freue mich riesig für die Mädchen. Wir haben unseren Ruf als gute Schützen optimal umgesetzt."

Nach den zwei Saisonsiegen in Hochfilzen und Antholz sowie Rang drei in Ruhpolding gehörten die jungen Deutschen mit einem Durchschnittsalter von knapp 23 Jahren zu den Mitfavoritinnen. Aber dass sie souverän auftreten würden, hatte kaum jemand erwartet.

Startläuferin Franziska Hildebrand wechselte als Sechste auf Franziska Preuß, die den Rückstand - zwei Tage nach ihrem 21. Geburtstag - reduzieren und Hinz als Dritte ins Rennen schicken konnte. Ausgerechnet die WM-Debütantin, die erst 2012 vom Langlauf gekommen war und in den bisherigen Rennen enttäuschte, sorgte für den vorentscheidenden Vorsprung von 30 Sekunden. Dahlmeier behielt dann die Nerven und ging mit einem Lächeln auf die Schlussrunde.

Neuaufbau umgesetzt

Mit dem sensationellen Staffelerfolg und Verfolgungs-Silber durch Dahlmeier haben die Schützlinge von Bundestrainer Hönig den Neuaufbau im Rekordtempo umgesetzt und gezeigt, dass ihnen die Zukunft gehört. Nach dem schlechten Abschneiden in Nove Mesto 2013 mit nur einmal Silber durch Andrea Henkel und dem medaillenlosen Debakel in Sotschi setzten die Trainer voll auf die Jugend - viel zugetraut wurde den Youngstern nach dem Rücktritt von Andrea Henkel zumindest in dieser Saison aber noch nicht.

Doch die akribische und unaufgeregte Arbeit von Hönig und seinem Disziplintrainer Tobias Reiter an den Stützpunkten in Oberhof und Ruhpolding trägt bereits Früchte. Zumal die Stimmung in der Mannschaft so gut wie lange nicht ist.
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