Nach Verletzungspech will Bayern-Spieler seine Begabung zeigen
Thiago will mit „seinem Stil“ glänzen

Münchens Torschütze Thiago Alcantara jubelt nach seinem Treffer zur 3:2-Führung im Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin im März. Er will beim FC Bayern jetzt dauerhaft glänzen. Bild: dpa

München. Die Pep-Forderung "Thiago oder nix" ist längst Kult. Der nach dieser Guardiola-Aussage verpflichtete Thiago Alcántara hat in seinen über drei Bayern-Jahren viel Verletzungspech gehabt. Seine virtuose Begabung will er jetzt dauerhaft demonstrieren.

Zauberer im Mittelfeld


Geniestreiche wie gegen den Hamburger SV darf Thiago gerne öfter zeigen. Vor dem 1:0-Siegtreffer des FC Bayern blitzte die besondere Gabe des Mittelfeldzauberers auf. Einen Fehlpass des HSV spielte der 25-Jährige direkt und kunstvoll mit dem Außenrist in den Lauf von Franck Ribéry, der zum Tor auflegte. "Ich bin sehr glücklich mit dem Spiel, das wir gespielt haben - und ich freue mich auf das Spiel, das kommt", sagte der Mittelfeldstar am Tag vor der Abreise zum Champions-League-Duell bei Atlético Madrid.

Jetzt will Thiago Alcántara do Nascimento auch in Europas Eliteliga groß aufspielen. Am Tag vor dem Flug in die spanische Hauptstadt zeigte sich der Spanier voller Selbstvertrauen. Er warnte aber zugleich vor dem Halbfinal-Bezwinger aus dem Vorjahr. "Atlético war letztes Jahr im Finale. Durch die Spiele im Halbfinale kennen wir ihre Stärken und Schwächen", sagte Thiago. "Wir müssen alle Waffen einsetzen."

Eine Waffe könnten geniale Aktionen wie die von Thiago am Bundesliga-Wochenende sein. "Lächerlich gut", fand Mats Hummels diese Tor-Einleitung. "Wenn das einer kann, dann Thiago", lobte auch Kapitän Philipp Lahm. Doch der Pep-Wunschspieler zeigt seine Klasse nicht konstant. An schlechten Tagen hat sein Spiel zu viele Schnörkel. "Ich habe meinen Stil", erklärte er. "Ich bin ein Teamworker und möchte alles dafür tun, dass das Team gewinnt." Ihm könnten die größeren individuellen Freiheiten unter Trainer Carlo Ancelotti im Gegensatz zum perfektionistischen Taktik-Schemas Guardiolas zugute kommen. Der im Sommer 2013 für rund 25 Millionen Euro vom FC Barcelona verpflichtete Lieblingsschüler von Pep Guardiola, der Thiago immer wieder wegen dessen Furchtlosigkeit pries, wurde in seiner bisherigen Bayern-Zeit von reichlich Verletzungsproblemen gebremst. Erst zog er sich einen Syndesmosebandriss am rechten Fuß zu. Später fiel er wegen dreier Innenbandrisse am rechten Knie über ein Jahr lang aus. Erst seit diesem Frühjahr ist er wieder voll belastbar und spielt dauerhaft.

Kein Vergleich mit Guardiola


In Barcelona und beim FC Bayern war Pep Guardiola sein Lehrmeister. In seiner ersten Saison ohne den Förderer will der Ball-Virtuose zeigen, wie gut er dauerhaft sein kann. "Ancelotti ist ein großer Trainer, er gibt uns Selbstvertrauen", sagte Thiago, der den Italiener und Guardiola nicht vergleichen will. "Es sind zwei große Trainer."
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