Naive Nürnberger müssen noch viel lernen - Nach Zwischenhoch Ernüchterung beim Club
Bei Reifeprüfung durchgefallen

Fassungslos stehen die Club-Spieler Robert Koch (links) und Jürgen Mössmer nach dem Abpfiff auf dem Platz in Darmstadt. Bild: dpa
Bei der Reifeprüfung in Darmstadt fiel die junge Nürnberger Mannschaft krachend durch. "Das ist wieder eine Lernphase für uns", resümierte Trainer Valérien Ismaël nach dem 0:3 (0:1) am Montagabend. Der euphorische Aufsteiger Darmstadt 98 verbesserte sich in der 2. Fußball-Bundesliga auf Platz vier. Der Club dagegen dümpelt nach der sechsten Niederlage im elften Saisonspiel mit 13 Punkten auf Rang 12 herum - ernüchternd.

Nach einem kleinen Zwischenhoch mit sieben Zählern aus drei Partien mussten die Franken vor 16 150 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor erkennen, dass diese Saison eine schwierige Lehrzeit für den runderneuten Bundesliga-Absteiger darstellt. Die Mannschaft ist noch nicht stabil, zudem unterlaufen ihr naive Fehler besonders im Defensivverhalten.

Darmstadts Torjäger Dominik Stroh-Engel war von der Club-.Abwehr nicht zu stoppen und erzielte sein sechstes Saisontor. Leon Balogun und Tobias Kempe erhöhten nach der Pause. "Bei den Toren zwei und drei haben wir uns zu unclever präsentiert", rügte Ismaël. Schon das 0:1 aus leichter Abseitsposition habe man "viel zu einfach kassiert", wie Mittelfeldspieler Robert Koch feststellte.

Ismaël mochte nicht zu hart mit seinen Spielern ins Gericht gehen. "Meine Jungs haben den Kampf angenommen", sagte der Trainer. Tatsächlich verlief die erste Spielhälfte weitgehend ausgeglichen, aber insgesamt agierten die Darmstädter abgezockter, und das nicht nur beim Toreschießen. Dazulernen - und zwar schnell - müsse seine Mannschaft, mahnte Ismaël: "Die Jungs dürfen nicht glauben, dass es von allein läuft." In jedem Spiel müssten sie hundert Prozent abrufen, "sonst wirst du in dieser Liga bestraft".

Die Nürnberger trennen nur zwei Punkte vom Relegationsplatz 16. Diesen belegt ausgerechnet der FC St. Pauli, der nächste Gegner am kommenden Samstag. Ismaël will verstärkt am Zweikampfverhalten arbeiten. Da waren ihm seine vielen jungen Burschen "zu naiv". Abwehrspieler Niklas Stark räumte ehrlich ein: "Heute hat uns der Glaube gefehlt." Das soll und muss gegen St. Pauli wieder anders sein. "Jetzt heißt es, wieder Ärmel hochkrempeln und am Samstag das heutige Spiel ausgebügeln", forderte Mittelfeldspieler Robert Koch.
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