Nationalelf
Viel Applaus für Jogis Jungs

"Für unsere junge Mannschaft war es ein hervorragender Test." Zitat: Joachim Löw

Mit einem guten Gefühl geht Bundestrainer Joachim Löw in die viermonatige Länderspielpause. Das 0:0 beim Jugend-Experiment in Italien und die Einstellung eines Rekordes bestätigen seinen Weg. Jetzt zählt nur die WM 2018.

Mailand. Für Thomas Müller und Co. geht es sofort beim Bundesliga-Gipfel weiter, Chef Joachim Löw wird nach einem Abstecher zum Bambi nun vor allem seine Russland-Pläne vorantreiben. Der gelungene Abschluss des Länderspiel-Jahres 2016 mit einer Rekordserie von sechs Spielen ohne Gegentor stimmt den Bundestrainer und seine Nationalspieler für die weiteren Aufgaben in Richtung WM 2018 optimistisch. "Das Fazit ist positiv, obwohl wir bei der EM im Halbfinale ausgeschieden sind", erklärte Löw nach dem 0:0 in Mailand gegen Italien entspannt. "Wir haben jetzt sechsmal zu Null gespielt nach der EM", hob Löw noch heraus.

Ohne Weltmeisterstars


Damit stellte sein Team einen Rekord ein: 1966 hatte Deutschland vor und während der WM in England die gleiche Serie hingelegt. Auch vor 48 600 Fans im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion zeigte sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft stabil, obwohl sie ohne Weltmeisterstars wie Manuel Neuer, Toni Kroos, Sami Khedira, Jérôme Boateng und Mesut Özil antrat. "Dass da so gut ausgebildete Spieler nachkommen, auch mit einer guten Mentalität, das gefällt mir", bemerkte der erfahrene Münchner Mats Hummels: Vor allem: "Dass da eben keiner dabei ist, der irgendwie denkt, er wäre schon Weltmeister."

Gerade die junge Generation hat das Klima positiv beeinflusst. Wie die B-Elf auftrat mit dem Neuling Yannick Gerhardt aus Wolfsburg sowie den weiteren "Frischlingen" Julian Weigl, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, später auch noch Jonathan Tah und Serge Gnabry (alle unter 22 Jahren), nötigte Löw Respekt ab. Auch Hoffenheims Sebastian Rudy ist mit seinem erst zwölften Einsatz plötzlich wieder eine Option.

"Für unsere junge Mannschaft war es ein hervorragender Test, aus dem wir gute Erkenntnisse mitnehmen", kommentierte Löw die Nullnummer in Mailand, das in den positiven Trend passt. "Wir haben einen guten Spirit aktuell. Auf dem Trainingsplatz und im Spiel wirkt das alles sehr harmonisch, trotzdem engagiert und diszipliniert", unterstrich Teammanager Oliver Bierhoff. Die ganze Mannschaft habe nach der verpassten Titelchance bei der EM "noch eine Schippe draufgelegt".

Einheitliche Philosophie


Die Alternativen für Löw haben sich nach diesem Doppelspieltag, dessen Terminierung in der Bundesliga auch auf Kritik gestoßen war, noch erhöht. Vor allem der Neu-Bremer Gnabry (in San Marino) und der Schalker Goretzka (in Italien) empfahlen sich sofort für Löws WM-Pläne. "Viele von uns haben die Jugendnationalmannschaften durchlaufen, wo eine einheitliche Philosophie gefahren wird. Wenn man sich dann an die gestandenen Spieler hält und hört, was die einem sagen, funktioniert das insgesamt relativ schnell ganz gut", nannte Goretzka einen mitentscheidenden Punkt für die Blitzintegration.

Für unsere junge Mannschaft war es ein hervorragender Test.Joachim Löw
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