Neu im Trio der Bundestrainer - Glänzender Einstand bei der EM in Österreich
Beyerlein wechselt die Fronten

Die Zeiten, in denen Reinhold Beyerlein als Eisstockweitschütze Medaillen gesammelt hat, sind vorbei. Der gebürtige Windischeschenbacher ist nun als einer von drei neuen Bundestrainern für die Weitschützen und den Nachwuchs zuständig. Bild: hfz
Kemnath/Hopfau. (dö) Vom erfolgreichen Eisstockweitschützen zum Bundestrainer - dieser große Sprung glückte Reinhold Beyerlein, der aus Windischeschenbach stammt und sich jetzt mit seiner Familie im Kemnather Ortsteil Hopfau (Landkreis Tirschenreuth) niedergelassen hat. Der 35-Jährige, der über 20 Jahre den Eisstock so weit wie kaum ein anderer geschossen hat, hat damit seine aktive Laufbahn beendet. "Das Ganze habe ich lange genug gemacht, besser wird es nicht mehr. Jetzt gebe ich meine Erfahrungen der nachrückenden Generation weiter", zieht der Vizeweltmeister von 2014, mehrfache Europameister und oftmalige nationale Titelträger einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere.

Seit Oktober im Amt

Seit Anfang Oktober 2014 hat Reinhold Beyerlein die Fronten gewechselt. Der Oberpfälzer ist als B-Schein-Inhaber nicht alleine für alle nationalen Altersgruppen verantwortlich. Zusammen mit seinen langjährigen Weggefährten im Nationalteam, Christian Englbrecht und Thomas Englmaier (beide vom SV Oberbergkirchen), teilt er sich die Aufgaben. Während Englbrecht das Herrenteam betreut, sind Beyerlein und Englmaier für den Nachwuchs zuständig. "Wir sind ein Dreigestirn, wobei sich jeder um alles kümmert und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden", unterstreicht Beyerlein die intensive Zusammenarbeit. Das Trio löste Peter Rottmoser Senior ab, der knapp zehn Jahre alleine im Amt war. Ihnen zur Seite steht noch Fachwart Matthias Winkler aus Gunzenhausen.

Für die Förderung des Nachwuchses hat der Eisstocksport aufgerüstet. Doch ein Full-time-Job ist das Traineramt nicht. "Das läuft auf Honorarbasis", meint Beyerlein. Deshalb ist die umfangreiche Arbeit auch auf mehrere Schultern verlagert. "Das ganze Drumherum wie Kaderplanung und der ständige Kontakt zu den jungen Weitschützen bedeutet schon eine große zeitliche Beanspruchung. Es macht aber wahnsinnig Spaß", beschreibt Beyerlein seine neue Aufgabe. "Es ist wesentlich anstrengender, den ganzen Tag neben der Bahn zu stehen und mit seinen Schützlingen mitzufiebern, als selbst den Eisstock zu schwingen."

Sein Engagement wurde letzte Woche reichlich belohnt, denn bei der Europameisterschaft in Österreich gingen die deutschen Weitschützen als Sieger aus dem Dreikampf mit dem Gastgeberland und Italien hervor. Besonders erfreut ist Beyerlein über den vierfachen Europameister Michael Späth aus Altrandsberg im Bayerwald, der sowohl bei der Jugend U16 als auch bei der U19 den Titel im Einzel und mit der Mannschaft gewann. Auch Markus Gregori vom SSV Roßbach/Wald durfte sich über zwei Titel bei den U23 freuen. Bei den Herren landete er knapp hinter dem lange Zeit verletzten Routinier Peter Rottmoser auf dem vierten Platz. Hier dominierte, wie schon in den letzten Jahren, der österreichische Überflieger Bernhard Patschg, der die Konkurrenz weit abschüttelte. Dagegen fehlten Rottmoser zu Silber nur vier Zentimeter.

Jetzt nur noch Zielschießen

Reinhold Beyerlein hofft dennoch, dass ihm mehr Zeit für seine Familie bleibt. "Die musste lange genug zurückstecken und wird es zum Teil auch weiterhin tun müssen", weiß er. Sohn Fabian (3) macht derweil schon Anstalten, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Der hat zwar den Stock zum Weitschießen aus der Hand gelegt, das Zielschießen betreibt er aber weiterhin beim FC Kaltenbrunn. Allerdings stieg der FC kürzlich aus der 2. Bundesliga ab. "Weitschießen besteht aus Kraft, Athletik und dem perfekten Bewegungsablauf, das Mannschaftsschießen setzt auf Taktik und Konzentration", beschreibt Beyerlein den Unterschied. Er muss es wissen, wie kaum ein anderer.
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