Neuanfang mit Pilic

Niki Pilic kehrt ins deutsche Davis-Cup-Team zurück: Der mittlerweile 75-jährige Kroate soll dem neuen Teamchef Michael Kohlmann in beratender Funktion zur Seite stehen. Bild: dpa

Das deutsche Herren-Tennis hat zuletzt kein glückliches Bild abgegeben. Für den Neuanfang hat der DTB nun eine Mannschaft mit prominenten Namen gefunden. Der einstige Becker-Coach Pilic kehrt zu den deutschen Herren zurück.

Rückkehrer Niki Pilic und der bisherige Assistent Michael Kohlmann sollen den Zwist im deutschen Herren-Tennis vergessen lassen und das Davis-Cup-Team zu einer erfolgreichen Einheit formen. Der einstige deutsche Team-Kapitän Pilic wird zukünftig als Berater arbeiten, Kohlmann die Rolle des Teamchefs übernehmen. "Ich glaube, wir haben einen optimalen Wurf gemacht. Wir sind gut für die Zukunft aufgestellt", sagte der Vize-Präsident des DTB, Dirk Hordorff.

Mit der Wunschlösung Boris Becker hatte es nicht geklappt - weniger als einen Monat vor dem Erstrunden-Spiel gegen Frankreich haben die DTB-Verantwortlichen aber damit eine Lösung für die Nachfolge von Carsten Arriens gefunden. Vom 6. bis 8. März treten die deutschen Herren in Frankfurt am Main an.

Keine halben Dinge

Pilic zeigte sich über seinen neuen Job selbst überrascht. "Ich wurde gestern zweimal vom Deutschen Tennis Bund telefonisch kontaktiert", erklärte der 75-Jährige dem "Tennismagazin". "Dann habe ich gesagt: Klar, mache ich das! Ich helfe dem deutschen Davis-Cup-Team gern." Mit Kohlmann hatte sich Pilic, der Deutschland 1988, 1989 und 1993 zum Davis-Cup-Sieg führte, nach eigenen Angaben noch nicht besprochen, er betonte aber: "Ich mache im Job keine halben Dinge!"

Kohlmann wurde mit einem Vertrag für 2015 ausgestattet und würde in seiner Amtszeit den suspendierten Philipp Kohlschreiber gern in die Mannschaft zurückholen. "Mein Ziel ist es, das bestmögliche Team zusammenzustellen", erklärte der bisherige Assistent. "Von daher ist es die Aufgabe von mir, die Gespräche schnell zu führen." Auch Pilic sieht "keinen Grund", warum Kohlschreiber nicht spielen sollte. "Ich bin sicher, dass man eine gute Basis schaffen kann, um ihn wieder zu integrieren."

Kohlmann fungierte bislang als Co-Trainer und bleibt auch weiterhin für den Nachwuchs zuständig. "Es ist schon naheliegend, dass er sehr informiert einsteigen kann", begründete Hordorff. Der 41-Jährige sei in Spielerkreisen sehr beliebt, erklärte der ehemalige Teamchef Patrik Kühnen bei Sky. Er sei ein toller Mannschaftsspieler, habe menschliche Vorzüge und könne auch taktische Marschrouten vorgeben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.