Neureuther Zweiter

Wenn Felix Neureuther schmerzfrei fahren kann, ist er immer für einen Podestplatz gut. Das bestätigte er eindrucksvoll am Sonntag als Zweiter beim Slalom in Schweden. Bild: dpa

Felix Neureuther verpasst beim Ski-Weltcup in Schweden seinen zehnten Weltcup-Sieg knapp, dennoch bewertet der deutsche Alpinchef die Performance seiner Herren als "absolut top". Bei den Damen hat dagegen weiterhin nur Viktoria Rebensburg die WM-Norm erfüllt.

50 Tage vor der alpinen Ski-WM zuckte Felix Neureuther nach dem unglücklich verpassten zehnten Weltcup-Sieg seiner Karriere nur kurz mit den Schultern. Platz eins aus dem ersten Durchgang musste er beim Slalom im schwedischen Åre am Sonntag noch an seinen österreichischen Dauerrivalen Marcel Hirscher abgeben. Mit Tagesrang zwei, zugleich dem zweiten Podestplatz des WM-Winters, gab sich Neureuther an einem "Supertag" aber zufrieden: "Der zweite Platz ist super, weil ich nicht viel Slalom trainieren konnte. Aber klar: Wenn man nach dem ersten Durchgang führt, will man am Ende oben stehen."

Dritter wurde der starke Russe Alexander Choroschilow; Fritz Dopfer verbesserte sich im zweiten Lauf noch von Platz zehn auf Rang sieben und hatte Anteil daran, dass DSV-Alpinchef Wolfgang Maier das Gesamtergebnis der Männer in Åre auch mit Blick auf Riesenslalom-Platz drei durch Stefan Luitz und vier durch Dopfer vom Freitag als "absolut top" bezeichnete. Weniger berauschend war dagegen die Damen-Ausbeute im Slalom am Samstag: Rang 19 von Barbara Wirth blieb beim Heimsieg von Maria Pietilä-Holmner noch das beste Resultat aus Sicht des Deutschen Skiverbandes (DSV). "Wir haben da noch viel Arbeit vor uns", konstatierte Maier, der die Performance von Neureuther als "absolute Spitzenleistung" wertete.

Noch am Freitag beim Aus im Riesenslalom waren die Rückenprobleme des deutschen Skistars durch einen Fahrfehler wieder schlimmer geworden, doch schon beim bärenstarken ersten Durchgang war davon nichts zu sehen. "Ich brauche nicht viel, um gleich mal wieder relativ schnell zu sein", erklärte Neureuther. "Wenn ich am Start stehe, fühl' ich mich auch ok." Der Rücken solle dann nie als Ausrede herhalten.

Auch nicht die wenigen Übungsfahrten in seiner Spezialdisziplin - ganze sechs Trainingstage hat Neureuther seit dem Sommer absolviert. Im Vergleich zur Konkurrenz sind die etwa 30 Fahrten lächerlich wenig. Für Spitzenplätze reicht es dennoch. Effektiv sind die Einheiten auch deshalb, weil Neureuther inzwischen Teil eines immer stärker werdenden Technik-Teams ist.

Für Dopfer sind Top-Ten-Ergebnisse inzwischen die Regel. Am Freitag war er im Riesenslalom als Vierter nicht einmal bester Deutscher: Luitz durfte als Dritter zum dritten Mal in seiner Karriere auf das Podest und erfüllte damit auch die verbandsinterne Qualifikations-Norm für die WM im Februar. Neureuther und Dopfer sind bei den Herren ebenso qualifiziert. Bei den Frauen dagegen ist Viktoria Rebensburg noch immer die einzige, die die Vorgaben des DSV erfüllt hat.
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