Niederlage stachelt Bayern an

Jérôme Boateng sitzt nach dem dritten Gegentreffer enttäuscht auf dem Rasen. Der FC Bayern kassierte in Mönchengladbach mit 1:3 seine erste Saisonniederlage in der Bundesliga. Bild: dpa

Borussia Mönchengladbach ist zu einer Art Angstgegner für die Bayern geworden. Im Borussia-Park wurde die Erfolgsserie des Rekordmeisters gestoppt. Es war ein Warnschuss für den Tabellenführer. Am Tag danach macht Vorstandschef Rummenigge eine Kampfansage Richtung Triple.

Die erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga hat den Kampfgeist und Titelhunger des FC Bayern nur noch angestachelt. Am Tag nach dem 1:3 in Mönchengladbach formulierte Karl-Heinz Rummenigge auf der Weihnachtsfeier des deutschen Fußball-Rekordchampions eine Ansage Richtung zweites Triple in der Vereinsgeschichte. "Ich spüre das: Wir haben eine Chance, in diesem Jahr alles zu packen. Wir haben eine Chance! Aber wir haben nur eine Chance, wenn wir noch mal alles dem FC Bayern unterordnen", sagte der Vorstandsvorsitzende am Sonntag bei der internen Feier.

Aus der Niederlage am Samstag gegen die derzeit überragende Borussia könne man "schöne Lehren ziehen", sagte Rummenigge in der Rede, die der Tabellenführer am Sonntagabend in den "FCB.TV News" zeigte. "Es ist ein ganz wichtiger Moment", sagte Rummenigge speziell zu den lauschenden Spielern, aber auch Trainer Pep Guardiola. "Nicht, weil wir gestern verloren haben, sondern weil ich glaube, dieser Club muss versuchen, noch mal ein Stück näher zusammenzurücken."

Bei der Weihnachtsfeier im Spiegelzelt von Starkoch Alfons Schuhbeck traten diverse Künstler auf. Der Speisezettel für Vereinsführung, Spieler, Trainer und Familienangehörige umfasste unter anderem Gambas, Entenbrust und Lebkucheneis. Rummenigge einen "besonderen Gruß" an Ex-Präsident Uli Hoeneß, der als Freigänger mit seiner Frau Susi bei der Feier mit seiner Bayern-Familie dabei sein konnte.

Am Samstagabend wollte das vom Siegen verwöhnte Meisterteam den Schauplatz der ersten Hinrundenniederlage überhaupt unter Trainer Pep Guardiola so schnell wie möglich verlassen. Die schon zweite Niederlage gegen die Borussia in 2015 traf den Tabellenführer nicht tief, aber er holte die Münchner irgendwie zurück auf die Erde.

"Wir haben nie gesagt, dass wir unschlagbar sind, sondern wir wollten unsere Serie so lange wie möglich aufrechterhalten", meinte Philipp Lahm. Nach neunmonatiger Verletzungspause konnte auch Franck Ribéry in Gladbach bei seinem Comeback die Niederlage nicht verhindern. Der Anschlusstreffer des Franzosen fiel zu spät (82.). "Für mich war es schön, wieder auf dem Platz zu sein", sagte Ribéry.

Auf der Rückreise nach München kam auch noch die Nachricht vom Dortmunder Last-Minute-Sieg in Wolfsburg, womit sich der Vorsprung auf den ärgsten Verfolger auf fünf Punkte verringerte. Sportvorstand Matthias Sammer bemerkte, dass ein Sieg im Borussia-Park keineswegs selbstverständlich gewesen sei. Die erste Saisonpleite als Warnschuss? "Wir werden unsere Lehren daraus ziehen. Es ist keine Niederlage, die uns umwirft", kommentierte Sammer.

"Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt", befand Guardiola angesichts einer Vielzahl von Chancen. Dann musste er aber sehen, wie seine Mannschaft nach dem 0:1 durch Oscar Wendt (54. Minute) den Faden verlor. "Wir sind es nicht mehr gewohnt, in Rückstand zu geraten", bemerkte Lahm. Lars Stindl (66.) und Fabian Johnson (68.) legten für Gladbach nach.
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