Nur Damen überzeugen beim Weltcup in Oberhof - Bundestrainer Kirchner: Mittelmäßiger Auftritt
Biathleten treten auf der Stelle

Bei den Nachfolgerinnen von Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Kati Wilhelm geht der Neuaufbau zügig voran. Die mit zwei Olympia-Medaillen dekorierten deutschen Männer dagegen waren schon einmal weiter. Nach drei Podestplätzen im Dezember gab es für das deutsche Team auch am Wochenende keine Spitzenplatzierung. "Das war mittelmäßig. Wir können mehr", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Bei den beiden Oberhof-Siegen von Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade war Nachrücker Benedikt Doll mit zwei achten Plätzen im Sprint und Massenstart Bester. Simon Schempp, der es im Dezember schon zweimal auf das Podest geschafft hatte, kam am Sonntag nur auf Rang zehn. Der Olympia-Zweite Erik Lesser wurde Zwölfter, Andreas Birbacher beendete den Heimweltcup als 18. Insgesamt drehte das DSV-Quartett 17 Strafrunden. In den Massenstart erst gar nicht geschafft hatte es Ex-Weltmeister Arnd Peiffer. Er wartet noch immer auf die WM-Qualifikation.

Die ohne Miriam Gössner und Laura Dahlmeier angetretene Biathletinnen verkauften sich dagegen prächtig. Franziska Preuß schaffte es als Sechste im Massenstart am Sonntag und zwei Tage zuvor als Vierte im Sprint gleich zweimal zur Siegerehrung. "Ich bin mit den Tagen in Oberhof grundsätzlich zufrieden. Wir haben nachgewiesen, dass wir mit mehreren Athletinnen in Schlagdistanz sind zum Podium", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Vor allem Preuß zeigte, dass sie in der Spitze mitlaufen kann. "Es ist schön, wenn man da dabei ist", sagte die 20-Jährige. Den Platz auf dem Podium vergab die dreimalige Jugend-Olympiasiegerin beim letzten Schießen. Beim Massenstart-Erfolg von Olympiasiegerin Darja Domratschewa vor 22 000 Zuschauern belegten Franziska Hildebrand und Vanessa Hinz die Plätze elf und 16. Die Weißrussin Darja Domratschewa gewann trotz vier Strafrunden.

Für den Weltcup-Standort, der mit Millionenaufwand modernisiert werden muss, gab es Unterstützung aus der Politik. "Es geht nicht um Geld, das zum Fenster hinausgeworfen wird, sondern es ist eine Investition in die Zukunft", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.
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