Nur ein Punkt, trotzdem Sieger

Es reichte nicht zum Sieg, dennoch herrscht wieder Zuversicht beim Club. Gegen den KSC überzeugten die Nürnberger trotz des mageren Ergebnisses von 1:1. Für Optimismus sorgt auch ein Winter-Einkauf.

Nürnberg. (mr) Manche schaffen es nie, buhlen vergebens um die Gunst. Guido Burgstaller brauchte am Samstag keine vier Minuten, um von den Club-Fans ins Herz geschlossen zu werden. Der Winter-Neuzugang ließ mit seinem frühen 1:0 den Nürnberger Anhang schon wieder von Höherem träumen. Am Österreicher lag es am wenigsten, dass die Nürnberger im Verfolgerduell der zweiten Bundesliga gegen den Karlsruher SC doch nur zu einem 1:1 (1:1) kamen.

Trotz des Unentschiedens war Burgstaller ein Sieger: "Er hat seine Sache heute sehr gut gemacht", lobte Trainer René Weiler den 25-Jährigen. Auf der linken Seite sorgte der gebürtige Kärntner für viel Dampf. Immer geradeaus, immer ohne Schnörkel. "Wenn wir weiter so auftreten, wird es schwer, uns zu schlagen", sagte Burgstaller nach seinem ersten Spiel von Anfang an im Club-Dress. Auf der Insel, beim englischen Zweitligisten Cardiff City war der österreichische Nationalspieler nicht mehr glücklich, nach nur einem halben Jahr floh er. Beim Club wagt er einen Neuanfang. Das trifft sich gut, denn auch die Nürnberger fangen 2015 irgendwie neu an: "Wie wir aufgetreten sind, war gut. Über die gesamten 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft", meinte Burgstaller. Die cleverere war aber wohl der KSC, der kurz vor der Pause durch den Treffer Rouwen Hennings zurückschlug. Am Ende war Trainer Markus Kauczinski mit dem Remis einverstanden: "Wir können damit leben. Nürnberg hat Qualität."

Nürnberg hat tatsächlich wieder Qualität, denn es wird wieder Fußball gespielt im Frankenstadion. Die Zeiten der Vorrunde scheinen vorbei, als oft planlos agiert wurde. Die Partie am Samstag zeigte zudem, dass viel Kampf nicht viel Krampf bedeuten muss. Die beiden Teams boten vor gut 30 000 Zuschauern eine mehr als ordentliche Partie, an deren Ende Club-Coach Weiler urteilte: "Ich bin etwas enttäuscht. Wenn man zwei Mal Aluminium trifft, will man schon den Sieg."

Sylvestr mit zwei Chancen

Kapitän Jan Polak traf einmal das Lattenkreuz (76.), nach einem Schuss des eingewechselten Danny Blum lenkte der aus Schwandorf stammende KSC-Keeper René Vollath den Ball an die Latte (89.). Vollath hatte davor schon einige starke Szenen. Einmal auch gegen Jakub Sylvestr. Der Club-Stürmer vergab zwei gute Möglichkeiten. "Leider habe ich meine Chancen nicht genutzt", entschuldigte sich der Torjäger. Dafür traf Burgstaller. Darauf hätte der aber auch gerne verzichtet: "Es wäre mir lieber gewesen, ich hätte nicht getroffen und wir hätten gewonnen." Dann hätten ihn die Club-Fans aber auch nicht so schnell ins Herz geschlossen.
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