Özil träumt von Rio

Mesut Özil bereitet sich auf die Länderspiele vor. Mit seiner Äußerung, er wolle bei den Olympischen Spielen in Rio aktiv dabeisein, hat er für Disussionen gesorgt. Bild: dpa

Es klingt spannend, ist aber unrealistisch. Weltmeister Özil möchte noch einmal in Brasilien glänzen - bei Olympia. Der FC Arsenal wird wenig begeistert sein. Bundestrainer Löw und Manager Bierhoff halten die Idee für kaum realisierbar. Müller und Kroos winken schon mal ab.

Mesut Özil hat sich für die deutsche Olympia-Mannschaft 2016 angeboten - es wird wohl ein Traum bleiben. "Ich will gerne in Rio bei Olympia dabei sein und helfen, mit unseren Jungs auf Medaillenjagd zu gehen", sagte der Spielmacher der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Die Olympischen Spiele wären sicher nochmals ein echter Höhepunkt in meiner Karriere", ergänzte Weltmeister Özil.

Bundestrainer Joachim Löw hatte allerdings eine Doppel-Teilnahme seiner Spieler bei Olympia und der EM-Endrunde im Sommer 2016 praktisch schon ausgeschlossen: "Das kann ich mir angesichts der Terminkonstellation fast nicht vorstellen." Auch Teammanager Oliver Bierhoff hält Özils Idee für unrealistisch: "Ich weiß nicht, ob er das ernst gemeint hat und wie Arsenal reagiert." Der DFB ist erstmals seit 28 Jahren wieder für ein Olympia-Turnier qualifiziert.

Das Turnier wird vom 5. bis 21. August 2016 in Brasilien ausgetragen. Die EM in Frankreich läuft vom 10. Juni bis 10. Juli, dazu kommt noch die Vorbereitungszeit von Ende Mai an. "Das würde schwierig", erklärte Löw zu einem Doppelstart. Zudem müsste der FC Arsenal Özil, der als einer der drei älteren Spieler zum Olympiateam gehören könnte, für einen Brasilien-Einsatz freiwillig abstellen. Eine Verpflichtung gibt es nicht. Gerade Arsenal hatte sich in der Vergangenheit aber gegen jede Ausnahme gewehrt.

Laut Reglement dürfen beim Olympia-Fußballturnier drei ältere Profis in den U23-Teams stehen. "Das wäre schon geil. Horst Hrubesch entscheidet aber, ob er mich nominiert. Fragt er mich, würde ich nicht Nein sagen", sagte Özil zu seinem Olympia-Traum. Auch die Weltmeister Philipp Lahm und Per Mertesacker waren schon mit der Olympia-Auswahl 2016 in Zusammenhang gebracht worden, sind aber kein Thema. Für Toni Kroos hat Olympia eine nicht so große Bedeutung wie eine EM oder WM: "Von daher würde ich meinen Platz auch zur Verfügung stellen", meinte der Real-Madrid-Star am Mittwoch schmunzelnd.

"Ich glaube, Mesut Özil hat es in Brasilien gut gefallen. Und er hat eine gute Beziehung zu Horst Hrubesch", bemerkte Bierhoff: "Letztlich ist alles möglich. Die EM hat Priorität. Ich kann mir das aber schwer vorstellen."

Hrubesch, der gerade mit einer neuen U21-Auswahl in die Saison startet, hat alle Überlegungen zu Olympia derzeit noch zurückgestellt. "Die personellen Planungen werden wir erst nächstes Jahr in Angriff nehmen. Das macht jetzt noch keinen Sinn", sagte der 64-Jährige. "Auf jeden Fall kommen die Spieler infrage, die dieses Ziel erreicht haben. Wer dann letztlich zur Verfügung steht, wird man sehen", sagte Hrubesch vor seiner letzten Saison als DFB-Coach.

"Es ist wichtig, dass er eine tolle Mannschaft bei Olympia hat", sagte Bierhoff. Und er sei gespannt, ob die Vereine dann noch zu ihrem Versprechen stehen, Hrubesch zu unterstützen, wenn der einige wichtige Spieler nominieren wird." Für Thomas Müller ist Olympia kein Thema: "Ich weiß nicht, ob mein Club so begeistert wäre. Ich hebe jetzt mal nicht die Hand."
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