Olympia 2024: Bürger sollen entscheiden

Die Einwohner von Berlin und Hamburg könnten im Wettlauf der beiden Kandidatenstädte um eine deutsche Bewerbung für Olympia 2024 zum Zünglein an der Waage werden. Bei der Kür der Bewerberstadt durch den Deutschen Olympischen Sportbund am 21. März werde die Zustimmung in der Bevölkerung für eine Ausrichtung Olympischer Spiele eine "sehr entscheidende Bedeutung" haben, betonte DOSB-Boss Alfons Hörmann am Dienstag nach einer dreitägigen Klausurtagung der Dachorganisation des deutschen Sports in Frankfurt.

Fiasko mit München

Nach dem Fiasko mit München, wo die Bevölkerung die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 zu Fall brachte, will der DOSB bei der Wahl des Kandidaten für die Sommerspiele 2024 auf Nummer sicher gehen. Im Vorfeld wird das Meinungsforschungsinstitut Forsa daher Ende Februar in Berlin und Hamburg eine Umfrage zum Thema Olympia durchführen. Es müsse umfangreich analysiert werden, ob es eine positive Grundstimmung für die Ausrichtung des Großereignisses gebe, so Hörmann. "Dies wird auch bei der Entscheidungsfindung auf internationaler Ebene ein entscheidender Punkt sein", betonte er. Am 16. März wird das DOSB-Präsidium seine Empfehlung für eine Stadt abgeben.

Kandidatenkür am 21. März

Nach der Kandidatenkür auf einer Mitgliederversammlung am 21. März in der Frankfurter Paulskirche wird es im Spätsommer dann noch einmal zu einer offiziellen Volksbefragung in der Bewerberstadt kommen. Berlin hat diese im Falle der Wahl für den 13. September terminiert. Einen entsprechenden Gesetzentwurf beschloss der Senat am Dienstag. Auch Hamburg zieht den September als Termin in Erwägung. Bis zum 15. September muss die deutsche Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell eingereicht werden. Der Ausrichter der Spiele wird im Sommer 2017 gewählt.

In den Kandidatenstädten ist man sich der Bedeutung einer mehrheitlichen Olympia-Begeisterung unter den Einwohnern bewusst. Laut Umfragen hält nur die Hälfte der Berliner eine Olympia-Bewerbung derzeit für richtig. In Hamburg stieg die Zustimmung einer NDR-Umfrage zufolge zuletzt auf 62 Prozent an.
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