Olympia 2024 in Deutschland?

Steht das Olympiastadion in Berlin im Jahr 2024 erneut im Mittelpunkt des Weltsports? Bild: dpa

Der deutsche Sport will es wissen: Das Präsidium des DOSB hat einstimmig beschlossen, sich mit Hamburg oder Berlin für die Olympischen Spiele 2024 und eventuell auch 2028 bewerben zu wollen. Die Entscheidung fällt am 21. März 2015.

Auch ohne Euphorie in Berlin und Hamburg will der deutsche Sport das Großprojekt Olympia-Bewerbung wagen. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beschloss am Dienstag einstimmig, mit einer der beiden Metropolen in das Bewerbungsrennen um die Sommerspiele 2024 und eventuell auch 2028 zu gehen. "Wir haben in Berlin und Hamburg zwei exzellente Bewerber", erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Die Kür des Kandidaten soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 21. März 2015 erfolgen.

Damit dürfen die Fans weiter von einem deutschen Supersportjahr 2024 träumen. Eine erfolgreiche EM-Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gilt als beschlossene Sache. "Wir sind fest davon überzeugt, dass ein Projekt Olympia gut für unser Land sein kann und sein wird. Das ist eine wichtige und große Chance für den gesamten Sport", sagte Hörmann nach der DOSB-Präsidiumssitzung in Neu-Isenburg. Die derzeit noch mäßigen Zustimmungsraten der Bevölkerung in der Haupt- und Hansestadt wollte er nicht als Nachteil werten.

Auf der DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Dresden soll zunächst ein Grundsatzbeschluss verfasst werden, der nach Ansicht von Hörmann nur Formsache ist. "Für uns schließt sich heute der Kreis", sagte er. Sowohl die beiden Städte als auch der organisierte Sport stünden hinter dem Bewerbungsbeschluss und dem zeitlichen Fahrplan.

Am 21. März 2015 soll dann die Bewerberstadt bestimmt werden. Fünf Tage vor der Entscheidung will die DOSB-Spitze mit einem Beratungsgremium einen Vorschlag erarbeiten. "Wir müssen eine Stadt auswählen, von der wir überzeugt sind, dass wir mit ihr erfolgreich sind", erklärte Hörmann. "Wir haben jetzt ein faires und tragfähiges Konzept, das wir umsetzen müssen. Am Ende muss es aber zu einem Schulterschluss von ganz Deutschland kommen."

Eine wichtige Rolle im Bewerbungsprozess sollen die Reformen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) spielen. Auf der außerordentlichen Vollversammlung am 8./9. Dezember in Monte Carlo will das IOC die Agenda 2020 von Präsident Thomas Bach absegnen, die das Geschäftsmodell Olympische Spiele und die Bewerbungskriterien reformieren soll. Das IOC will künftig bereits das Bewerbungsverfahren mit eigenen Millionen bezuschussen. Die deutschen Olympia-Planer wollen diese richtungsweisenden Beschlüsse unbedingt abwarten und danach analysieren.

Entscheidende Bedeutung könnte einer geplanten Bürgerbefragung zukommen. Erst danach steht fest, ob sich in der Bevölkerung eine Mehrheit für dieses Projekt findet.
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