Olympia 2024: Stimmungstest sieht Hansestadt vor Berlin - Entscheidung am 21. März
Hamburg liegt vorne

Für Hamburgs Fußball-Idol Uwe Seeler ist das Rennen um den deutschen Kandidaten für Olympia 2024 schon entschieden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht trotz der breiteren Zustimmung in der Elbestadt noch keine Vorentscheidung gegen den Mitbewerber Berlin gefallen. Beim Stimmungstest in Sachen Olympia hat Hamburg laut einer Forsa-Umfrage mit 64 Prozent zwar die Nase vor der Hauptstadt (55 Prozent) deutlich vorn, doch mehr als ein kleiner Bonus ist dies in den Augen von DOSB-Präsident Alfons Hörmann nicht.

"Rein faktisch ist es von den Quoten eindeutig. Für uns geht es aber darum, wie gewichtet man den Vorsprung. Hamburg hat das bessere Votum, doch Berlin hat sich erkennbar auf den Weg gemacht. Das Ergebnis lässt eine Entscheidung für beide Städte zu", kommentierte der DOSB-Boss am Dienstag.

Viel wichtiger war ihm die generelle Olympia-Zustimmung, die in beiden Städten sehr hoch ausfällt. "Heute ist ein guter Tag für den deutschen Sport. 81 Prozent der Berliner und 82 Prozent der Hamburger begrüßen Olympische Spiele in Deutschland. Das sind Werte, die man sich schöner kaum wünschen kann. Die Frage, ob eine Olympia-Bewerbung Sinn macht, ist damit klar bejaht", erklärte Hörmann.

Der DOSB stehe nun vor einer schwierigen Entscheidung. Am kommenden Sonntag trifft sich das Präsidium mit den Spitzensportverbänden, einen Tag später stehen Gespräche mit Vertretern der Zivilgesellschaft an. Für diesen Entscheidungsprozess wurde vom DOSB-Präsidium ein Katalog mit fünf gleichberechtigten Kriterien erarbeitet. Diese sind: Vision & Olympisches Erbe, Gesamtkonzept der Spiele, Olympisches Dorf, Sportstätten und Umwelt & Nachhaltigkeit. Die Bewerber werden ihre Konzepte sowohl am Sonntag als auch am Montag jeweils 15 Minuten lang präsentieren. Am Abend des 16. März gibt die DOSB-Führung dann ihre mit Spannung erwartete Empfehlung für einen Bewerber ab. Am 21. März erfolgt auf der DOSB-Vollversammlung in der Frankfurter Paulskirche die Kür.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz gab sich zuversichtlich. "Die heute vorgelegten Zahlen sind ein Schritt hin zu einer deutschen Olympia-Bewerbung. Sie sind auch ein großes Kompliment für alle, die den Traum von Spielen an Alster und Elbe wahr machen wollen und dafür hart arbeiten", sagte der SPD-Politiker.

Doch auch in der Hauptstadt, die mit der Bewerbung für Olympia 2000 krachend gescheitert war, glaubt man weiter an seine Chance. "Das Rennen ist noch nicht entschieden. Die Umfrage ist nur ein Teil des Entscheidungsprozesses", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Die Hoffnung ist nicht unbegründet, denn seit September 2014 wuchs in beiden Städten die Olympia-Zustimmung deutlich. Auf die Frage zu den Olympia-Plänen hatten sich vor einem halben Jahr 53 Prozent der Hamburger und 48 Prozent der Berliner für eine Bewerbung ausgesprochen. Gleichzeitig sank in diesem Zeitraum in beiden Metropolen die Zahl der Menschen, die das Projekt ablehnen: in Hamburg von 44 auf 32 Prozent, in Berlin von 49 auf 39 Prozent.

"Wir freuen uns über die riesige Zustimmung zu Olympischen und Paralympischen Spielen und vor allem auch darüber, dass es in beiden Städten Zuwächse bei der konkreten Bewerberfrage gab. Wir haben vor Ort gespürt, dass sich das Meinungsklima positiv entwickelt hat", sagte Hörmann.

Bevor der DOSB und die deutsche Bewerberstadt am 15. September ihre offizielle Kandidatur für die Ausrichtung der XXXIII. Olympischen Spiele beim Internationalen Olympischen Komitee einreichen, wird es in der nominierten Stadt noch einen Bürgerentscheid geben. In Berlin würde dieser am 13. September stattfinden, in Hamburg ist der Termin noch offen. Im Sommer 2017 wählt die IOC-Session in Lima den Gastgeber der Spiele 2024.
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