Olympia
Bach hofft auf große Rio-Spiele

Thomas Bach blickt nach vorne. Nicht das IOC, sondern die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada sei für das Nominierungs-Chaos rund um das russische Team verantwortlich, sagte der Präsident. So hat die jährliche Session bis zum Donnerstag das Thema Doping gar nicht auf der offiziellen Agenda. Da geht es vielmehr um trendige neue Sportarten für die Sommerspiele in Tokio 2020. Bild: dpa

Rio de Janeiro bietet ein unvergleichliches Panorama für Olympische Spiele. Und die IOC-Spitze wünscht sich wohl kaum etwas sehnlicher als schöne Bilder - im Kontrast zum russischen Doping-Sumpf.

Rio de Janeiro. Es hört einfach nicht auf. Alle grundsätzlichen Entscheidungen zum Thema Doping in Russland sind gefallen, und doch muss Thomas Bach auch in Rio de Janeiro immer und immer wieder die selben Fragen beantworten: Ist der IOC-Präsident zu gut Freund mit der russischen Staatsspitze um Kreml-Chef Putin? Hat die sportliche Bewegung Schaden genommen? Hat letztlich das Internationale Olympische Komitee (IOC) versagt?

Es wird Zeit, dass am Freitag nach einer prächtigen Eröffnungsfeier spannende - und hoffentlich dopingfreie - Wettkämpfe um Gold, Silber und Bronze beginnen.

Das IOC spielt offensichtlich auf Zeit. Kritiker, die sich sehnlichst einen Ausschluss der russischen Mannschaft und endlich ein ernstzunehmendes Zeichen im Anti-Doping-Kampf wünschen, arbeiten sich weiter an dem nach außen stoisch wirkenden IOC-Chef ab. Der tut so, als kehre langsam wieder Routine ein, als habe das IOC das Heft des Handels in der Hand. Denn nicht das IOC, sondern die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada sei ja maßgeblich für das Nominierungschaos rund um das russische Team verantwortlich, betont Bach. Und die Doping-Vorwürfe seien ja schon länger bekannt gewesen.

Keine Unruhe


Bach versichert, dass das IOC natürlich nicht zur Tagesordnung übergehen und mit dem nötigen sachlichen Abstand nach den Rio-Spielen einen eigenen Bericht vorlegen und die nötigen Konsequenzen ziehen werde. Selbstzweifel plagen den IOC-Präsidenten offensichtlich nicht. Seine Haltung auf der Bühne im internationalen Medienzentrum ist aufrecht. Wer ihn aus der Nähe sieht, kann Unruhe nicht erkennen.

Dass Bach auf der Hauptversammlung aller IOC-Mitglieder von Dienstag an doch noch rauer Wind aus den eigenen Reihen entgegen weht, ist eher unwahrscheinlich. Die sogenannte jährliche Session bis zum Donnerstag hat das Thema Doping gar nicht auf der offiziellen Agenda. Da soll es vielmehr um eine vielsprechende Zukunft für die Olympische Bewegung gehen. Da wird beispielsweise über trendige neue Sportarten im Programm der Sommerspiele in Tokio 2020 abgestimmt: Bergklettern, Surfen oder Skateboard sollen die Jugend für Olympia begeistern.

Klar ist, dass am Donnerstag nach Ende der Session Thomas Bach in der internationalen Pressekonferenz wieder die selben Fragen beantworten muss nach der Rolle des IOC im russischen Doping-Sumpf. Doch dann ist die Eröffnungsfeier im Maracaña-Stadion Rio schon nah. Thomas Bach setzt auf fröhliche Spiele in schweren Zeiten, auf Brasiliens Lebensfreude und Leidenschaft.
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