Olympia
Deutsche weit hinten

Die Niederländerin Anna van der Breggen setzte sich im Spurt beim Radrennen der Frauen durch. Bild: dpa

Auch das Straßenrennen der Frauen wird von schweren Stürzen beeinflusst. Die Niederländerin van Vleuten kommt in Führung liegend zu Fall, stattdessen holt sich Teamkollegin van der Breggen den Sieg.

Rio de Janeiro. Ein brutaler Sturz der Niederländerin Annemiek van Vleuten hat das Straßenradrennen der Frauen überschattet und den Sieg ihrer Teamkollegin Anna van der Breggen zur Nebensache verkommen lassen. Van Vleuten krachte rund zehn Kilometer vor Rennende in Führung liegend kopfüber in den Straßengraben und blieb regungslos liegen. Stattdessen durfte Landsfrau van der Breggen jubeln, die am Sonntag nach 136,9 Kilometern an der Copacabana im Sprint einer kleinen Gruppe vor der Schwedin Emma Johansson und der Italienerin Elisa Longo Borghini gewann. Die deutschen Fahrerinnen spielten in der entscheidenden Phase keine Rolle.

Als beste Fahrerin fuhr Lisa Brennauer mit fast fünf Minuten Rückstand als 19. über den Zielstrich. Damit ist der Bund Deutscher Radfahrer, der im Frauen-Straßenrennen die erste Medaille seit 2004 angestrebt hatte, am Auftakt-Wochenende leer ausgegangen.

Bei van Vleutens Sturz musste Schlimmstes befürchtet werden. Nach Rennende gab es zumindest teilweise Entwarnung. "Sie ist bei Bewusstsein und mit unserem Teamarzt im Krankenwagen", sagte ein Delegationsmitglied der niederländischen Mannschaft .

Die Deutschen blieben von schweren Stürzen verschont, spielten aber auch sonst keine Rolle. Dabei hatten Trixi Worrack und Co. stundenlang keine Fluchtgruppe verpasst. Doch schon zu Beginn des schweren achteinhalb Kilometer langen und durchschnittlich 5,7 Prozent steilen Schlussanstiegs erübrigten sich die deutschen Medaillenhoffnungen.

Von Claudia Lichtenberg, der Giro-Siegerin von 2009, war nichts zu sehen. Die Kletterspezialistin war aber nicht die einzige Top-Fahrerin, die abreißen lassen musste. Auch London-Olympiasiegerin Marianne Vos und Mitfavoritin Lizzie Armitstead, um die es im Vorfeld wegen verpasster Dopingkontrollen Wirbel gegeben hatte, mussten früh abreißen lassen.

Schon nach dem Start an der Copacabana zeigte sich, dass sich das BDR-Quartett viel vorgenommen hatte. Nach einer frühen Attacke der Belgierin Lotte Kopecky setzte erst Romy Kasper als Solistin nach, dann sorgte Worrack mit dafür, dass die Ausreißerin nicht entscheidend wegkam. Die Deutschen fuhren aufmerksam und waren bei windigen Verhältnissen eigentlich in allen Fluchtgruppen vertreten. Insbesondere Worrack zeigte sich sehr präsent.
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