Olympia
Die Helden sind wieder in Deutschland

Die Partie ging in Frankfurt weiter: Olympiasiegerin Laura Ludwig (Beachvolleyball) hatte am Römerberg jede Menge Spaß. Bild: dpa

Die deutsche Olympia-Mannschaft ist zurück in der Heimat. Empfangen wurde sie mit einem großen Willkommensfest und von einem Bundespräsidenten, der bei all der Feierlaune auch die Schattenseiten des Sports nicht ausklammert.

Frankfurt. (dpa/mr) Auf dem Frankfurter Rathaus-Balkon standen die deutschen Sportler und schwenkten ihre schwarz-rot-goldenen Fähnchen. Unten auf dem Rathausplatz Römer jubelten ihnen tausende Zuschauer, Freunde und Verwandte zu. Mit einer bunten und auch prominent besetzten Willkommensfeier wurde die deutsche Mannschaft am Dienstag nach ihrer Rückkehr aus Rio de Janeiro wieder in der Heimat empfangen. Mitten in diesem Trubel stand Bundespräsident Joachim Gauck und vergaß bei aller Würdigung der Athleten nicht, auf die Schattenseiten des internationalen Spitzensports hinzuweisen.

"Ich möchte nicht Präsident eines Landes sein, das Medaillen um jeden Preis will. Das hatten wir schon einmal in Deutschland", sagte das Staatsoberhaupt. "Wir wollen stolz auf das sein, was wir mit Fairness und mit eigenen Mitteln geschafft haben. Und das ist viel." Gaucks Rede war eine Anspielung auf das staatlich gelenkte Doping-System in Russland. Zeitgleich zur Rückkehr des deutschen Teams hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS den Ausschluss des russischen Teams von den Paralympics in Rio bestätigt (siehe Seite 9).

Die eigenen Sportler bedachte der Bundespräsident mit ungleich wärmeren und auch bewegenden Worten: "Deutschland sagt euch heute Danke. Wir lernen von euch allen - nicht nur von den Medaillengewinnern. Der Sport macht uns vor, dass man alles erreichen kann, wenn man an seine eigenen Potenziale glaubt." Das sei nicht nur für Sportler, sondern für die ganze Gesellschaft wichtig. Die Athleten selbst waren am Vormittag gelandet und mit mehreren Bussen in die Innenstadt gefahren worden. Der "Eiserne Steg", die bekannteste und auch zentralste Brücke über den Main, wurde kurzerhand zum "Walk of Fame", über den rund 300 Sportler, Trainer und Betreuer zum Römerberg wanderten. "Das war beeindruckend. Das hat man nicht so oft. Das ist ein schöner Abschluss, den wir alle zusammen einfach genießen", sagte Hockey-Kapitän Moritz Fürste.

Däbritz ins Trainingslager


Auch die Athleten aus der Region sind wieder zu Hause. Sara Däbritz, die mit den deutschen Fußballerinnen die erste Goldmedaille überhaupt in die Region holte, kam schon einen Tag früher wieder zurück. Die junge Ebermannsdorferin hat aber auch keine Zeit, sich zu erholen. Für sie steht das Trainingslager bei ihrem Verein FC Bayern an. Richtig feiern konnten dagegen Bastian Steger (Tischtennis) und Philipp Wolf (Schwimmen). Steger wurde am Dienstagabend von seiner Gemeinde Winklarn (Kreis Schwandorf) geehrt. In Altenstadt/WN hatten Familie und Nachbarn eine Überraschungsparty für Wolf organisiert. "Heute machen wir einen drauf", versprach der Schwimmer.
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