Olympia
"Erster Tag mega-entscheidend"

Auf Paul Biedermann (links) setzt unter anderem Trainer Henning Lambertz, damit es nicht eine Wiederholung von 2012 in London gibt. Damals hatte am Auftakttag kein deutscher Schwimmer die Vorläufe überstanden und das medaillenlose Debakel nahm seinen Lauf. Bild: dpa

Deutsche Schwimmer und der Olympia-Auftakt - das passte zuletzt nicht. In London zeichnete sich das Debakel schon nach dem ersten Tag ab. Nun sollen mehrere Schwimmer die Vorläufe überstehen. Am Sonntag springt auch der Oberpfälzer Philipp Wolf in Rio ins Wasser.

Rio de Janeiro. In Rio wollen die deutschen Schwimmer ein olympisches Déjà-vu unbedingt vermeiden. Nach den schlechten Erfahrungen von Peking und London hoffen sie auf einen Schub durch einen gelungenen Olympia-Start. "Der erste Tag ist mega-entscheidend", sagte Henning Lambertz. "Wenn der gut ist, dann läuft das hier, da bin ich mir relativ sicher."

2012 in London hatte am Auftakttag kein deutscher Schwimmer die Vorläufe überstanden, das medaillenlose Debakel nahm seinen Lauf. 2008 war es nur die Freistil-Staffel der Frauen über 4 x 100 Meter gewesen.

Wuselig ging es im und rund um das Aufwärmbecken in einem Zeltbau zu, als Lambertz auf einer Massagebank sitzend über die Aussichten plauderte. Dutzende Schwimmer teilten sich eine Bahn, Stars neben Schwimm-Exoten. Die großen Nationen markierten ihren Bereich mit Flaggen, die deutsche Fahne ragte mit ihrer Größe in einer Ecke heraus. Fokussiert wie gewohnt strebte ein noch bärtiger Paul Biedermann ohne große Umwege ins Wasser. Da das Wettkampfbecken am Tag vor den ersten Schwimm-Entscheidungen gesperrt war, drängte sich alles in der Aufwärmhalle. Zum Leidwesen von Florian Vogel. Der Münchner wollte am Freitag erstmals in der Olympia-Halle schwimmen. Stattdessen springt er am Samstag (ab 18.48 Uhr) beim Vorlauf über die 400 Meter Freistil zum ersten Mal ins Wettkampfbecken. Mit seiner Zeit der deutschen Meisterschaft wäre das Finale drin.

Lambertz hofft auf "drei bis vier" deutsche Schwimmer, die am Samstag in den Vorläufen weiter kommen sollen. Im ersten Olympia-Rennen von Rio sind gleich zwei deutsche Schwimmer gefordert. Über 400 Meter Lagen strebt der WM-Fünfte Jacob Heidtmann eine Zeit um 4:10 Minuten an - das wäre schneller als der deutsche Rekord des Elmshorners. "Ich traue ihm das zu", sagte Lambertz. Für den 17-jährigen Johannes Hintze, jüngster deutscher Olympia-Schwimmer seit 40 Jahren, wäre der Junioren-Weltrekord ein Ziel - für das Finale dürfte aber selbst das nicht reichen.

Interessant dürfte sein, wie sich Franziska Hentke auf ihrer Nebenstrecke 400 Meter Lagen schlägt. Das lässt nämlich Rückschlüsse auf ihre Form für die Spezialstrecke 200 Meter Schmetterling zu. Als Europameisterin zählt sich zu den wenigen deutschen Medaillenhoffnungen. Mindestens Kandidatin für das Halbfinale ist Alexandra Wenk über 100 Meter Schmetterling.

Wolf am Start


Am Sonntag hat auch der Altenstädter Philipp Wolf in der 4 x 100 m-Staffel seinen Auftritt bei den Olympischen Spielen. Gegen 20 Uhr werden die Vorläufe gestartet. Die Deutschen haben in der Besetzung Björn Hornikel, Damian Wierling, Steffen Deibler und eben dem Oberpfälzer Wolf beste Chancen, das Finale zu erreichen.
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