Olympia
Es kommt Leben in die Bude

Philipp Petzschner (rechts) musste verletzungsbedingt für die Olympischen Spiele absagen. Er war als Doppelpartner für Philipp Kohlschreiber (links) vorgesehen. Bild: dpa

Rund 200 Athleten, Trainer und Betreuer sind eine Woche vor den Olympischen Spielen im "Dorf" von Rio eingetroffen. DOSB-Mitarbeiter beseitigten eklatante Mängel. Nicht einziehen wird Marathon-Ass Arne Gabius, der verletzt absagte.

Rio de Janeiro. Die "Mission Rio" läuft für das deutsche Olympia-Team auf Hochtouren. Die deutschen Appartements im Olympischen Dorf von Rio de Janeiro füllen sich immer mehr. Bis Freitag sind rund 200 Athleten, Trainer und Betreuer in der Stadt am Zuckerhut eingetroffen. "So langsam kommt Leben in das deutsche Haus im Olympischen Dorf", sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Absagen mussten ihre Olympia-Teilnahmen der Leichtathlet Arne Gabius und Tennisspieler Philipp Petzschner. Der Doppelspezialist wird nach einer schweren Erkrankung mit langen Krankenhaus-Aufenthalt nicht rechtzeitig fit. "Ich wollte unbedingt zu Olympia, aber ich habe schnell gemerkt, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit ist, den ich nicht gewinnen konnte", sagte Petzschner. Er war für das Doppel mit Philipp Kohlschreiber nominiert. Seinen Platz im Doppel soll Alexander Zverev einnehmen.

Gabius muss passen


Wegen einer Hüftverletzung musste der deutsche Marathon-Rekordler Gabius passen. "Der Traum meines ersten olympischen Marathons ist in dieser Woche leider geplatzt", sagte der 35-jährige Wahl-Stuttgarter. "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie enttäuscht und traurig ich darüber bin." Der DLV stellt mit 89 Sportlern die größte deutsche Teilmannschaft im Rio-Aufgebot, das nun 424 Starter umfasst.

Zu den 99 Athleten, Betreuern und Trainern, die am Freitag in Brasilien erwartet wurden, gehörten auch Medaillenkandidaten wie der Ruder-Achter und die beiden Hockey-Teams, prominente Sportler wie die Turn-Asse Fabian Hambüchen oder Marcel Nguyen. Die Hockey-Männer reisten vor Rio weiter in ein Trainingslager nach Argentinien, wo sie am Projekt Verteidigung des Olympia-Goldes von 2012 feilen wollen.

Als einzige der fünf möglichen Fahnenträger ist Kristina Vogel, die Olympiasiegerin im Team-Sprint von 2012, bereits seit Montag im Dorf. Die weiteren Kandidaten Timo Boll (Tischtennis), Ingrid Klimke (Reiten) und Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf) folgen in den kommenden Tagen. Anwärter Nummer fünf ist Hockey-Teamkapitän Moritz Fürste. Gekürt wird der Fahnenträger einen Tag vor der Eröffnungsfeier am 5. August.

Harte Arbeit


Schimmelpfennig musste mit seinen Helfern seit dem 18. Juli harte Arbeit leisten, um die eklatanten Mängel in den Zimmern des Olympischen Dorfes rechtzeitig vor Ankunft des Gros' des Teams zu beseitigen. "Jetzt haben wir inzwischen vernünftige Bedingungen", berichtete Schimmelpfennig. "Die 100 Appartements sind fertig." Besonders die sanitären Anlagen "waren eine große Schwachstelle".

Trotz der notwendigen Nachbesserungen lässt er nichts auf das Rio-Dorf für die rund 10 500 Athleten kommen. "Das Olympische Dorf von Rio braucht sich vor denen der vorherigen Sommerspiele nicht verstecken. Es ist eine schöne Anlage", sagte Schimmelpfennig.

Eine Woche vor Spiele-Beginn wurden auch 270 russische Athleten im Olympischen Dorf erwartet. Die meisten von ihnen werden trotz staatlichen und systematischen Dopings in Russland an den Wettkämpfen teilnehmen.
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