Olympia-Fußballer
Rumpftruppe für Rio

Welche Spieler kriegt Trainer Horst Hrubesch, um den Olympia-Traum von einer Medaille zu verwirklichen? Die Auswahl ist nicht sehr groß. Bild: dpa

DFB-Coach Hrubesch musste sich bei der Nominierung des deutschen Olympia-Kaders mit dem begnügen, was eine umfangreiche Verbotsliste zuließ. Der ehemalige Nationalstürmer strebt aber auch mit dem letzten Aufgebot nach olympischem Lorbeer.

Düsseldorf. Keine EM-Fahrer, keine Transferspieler und maximal zwei Profis pro Club: DFB-Trainer Horst Hrubesch steht für die erste Teilnahme einer deutschen Mannschaft an einem olympischen Fußball-Turnier seit 28 Jahren nur das buchstäblich letzte Aufgebot zur Verfügung. Trotz größter Einschränkungen bei der Nominierung des 18 Mann umfassenden Kaders für die Olympischen Spiele in Rio (5. bis 21. August), der am Donnerstag bekannt gegeben wird, strebt der einstige Titelsammler olympischen Lorbeer an.

"Natürlich will ich gern die Goldmedaille haben", sagte der 65-Jährige in einem Interview der "Welt am Sonntag". Angesichts des Vorgriffsrechts von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Frankreich und der Vereinsinteressen blieb dem Europameister von 1980 der Griff ins Spieler-Feinkostregal verwehrt. EM-Teilnehmer wie zum Beispiel Bayern Münchens Joshua Kimmich oder Profis, die im Sommer den Verein wechselten wie Kevin Volland oder Timo Werner, fielen unter eine umfangreiche Verbotsliste. Volland war noch Kapitän der U21, die bei der EM 2015 die Qualifikation für Rio perfekt gemacht hatte.

Zu den Maßgaben gehörten auch, nicht mehr als zwei Spieler pro Club zu wählen oder die Teilnehmer an der Qualifikation für die internationalen Wettbewerbe wie Borussia Mönchengladbach (Champions-League) und Hertha BSC Berlin (Europa-League) zu verschonen. Mehr Gegenwind für die erste Olympia-Teilnahme seit den Spielen 1988 in Seoul, bei denen Deutschland mit Jürgen Klinsmann Bronze gewann, geht eigentlich nicht. Kritisch war es in Sachen Kontingent beim FC Schalke 04 und beim 1. FC Köln, wo Hrubesch jeweils drei Spieler im Auge hatte. Aus den Trios Max Meyer, Leon Goretzka und Johannes Geis (alle Schalke) sowie Timo Horn, Dominique Heintz und Leonardo Bittencourt (alle Köln) konnte Hrubesch nur jeweils zwei wählen. Immerhin gab Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen die ersten beiden deutschen Fußball-Olympioniken selbst bekannt. Offensiv-Youngster Julian Brandt und Mittelfeldspieler Lars Bender gehören demnach dazu.

Der 27 Jahre alte Defensivspieler Bender, EM-Teilnehmer 2012, wäre einer von drei möglichen Spielern, die älter als 23 Jahre sein dürfen. Möglicherweise steht auch Zwillingsbruder Sven im Aufgebot - wie 2009 unter Hrubesch bei der U20-WM in Ägypten.

Welche Fußballprofis dürfen nach Rio?Düsseldorf. (dpa) Für die Kadernominierung des olympischen Fußballturniers in Brasilien gilt: Teilnahmeberechtigt für die Partien der Vor- und Endrunde sind alle Spieler, die am oder nach dem 1. Januar 1993 geboren sind.

Im Fifa-Reglement für olympische Fußballturniere wird in Artikel 13 unter Punkt 4 allerdings eine Ausnahme ermöglicht: "Für die Endrunde dürfen zusätzlich drei Spieler, die dieses Alterskriterium nicht erfüllen, in die offizielle Spielerliste aufgenommen werden."

Damit kann also jeder Teilnehmer drei Spieler, die älter sind als 23 Jahre, beim Turnier einsetzen. Die jeweiligen Kader bestehen nur aus 18 Spielern, zwei davon müssen Torhüter sein. Für das Frauenturnier gibt es keine Alterbeschränkung. Grundsätzlich gibt es für die Clubs keine Abstellpflicht. Der Deutsche Fußball-Bund hat sich in Absprache mit den Vereinen darauf geeinigt, die Belastung auf die Clubs in etwa gleichmäßig zu verteilen.
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