Olympia
Kerber zittert sich weiter

Angelique Kerber siegte gegen die Kolumbianerin Mariana Duque-Marino und zog damit in Rio in die nächste Runde ein. Bild: dpa

Für die deutschen Tennis-Profis setzten sich die Enttäuschungen in Rio am zweiten Turniertag zunächst fort. Dustin Brown wurde vom Verletzungspech gestoppt. Verlass war wie bei den Herren auch auf die deutsche Nummer eins der Damen, die aber kämpfen musste.

Rio de Janeiro. Angelique Kerber hat sich von nerviger Warterei nicht aufhalten lassen, beim olympischen Tennis-Turnier aber nur mit viel Mühe die zweite Runde erreicht. Zwei Stunden später als geplant betrat die Australian-Open-Siegerin Kerber den Platz. Zwischenzeitlich starker Wind hatte am Sonntag den Spielbeginn auf den Außenplätzen verzögert. Die Mitfavoritin musste im zweiten Satz einen 2:5-Rückstand aufholen, setzte sich dann aber 6:3, 7:5 gegen die Kolumbianerin Mariana Duque-Mariño durch. Sie besserte die ernüchternde deutsche Bilanz vom Samstag auf, als nur Philipp Kohlschreiber siegte.

"Das Gute war, dass ich gewonnen habe", sagte Kerber. "Ich denke, dass ich langsam ins Turnier finde. Ich fühle mich nach dem ersten Match immer besser, aber ich muss mich steigern." Im zweiten Durchgang musste die Wimbledon-Finalistin kämpfen und einen Satzball der Kolumbianerin bei 3:5 abwehren. Als sie mit hochrotem Kopf das Match beendete, ballte sie erleichtert die Faust. "Es gab Situationen, wo ich leichte Fehler gemacht habe", sagte sie.

In der zweiten Runde am Montag trifft die 28-Jährige auf die frühere Wimbledon-Finalistin Eugenie Bouchard, die schon länger nicht mehr in der Form ihres Endspiel-Einzugs beim Rasen-Turnier in London vor zwei Jahren spielt. Kerber weist allerdings gegen die Kanadierin eine negative Bilanz auf und hat drei von bisher vier Duellen verloren.

Olympia will sie diesmal noch mehr genießen als vor vier Jahren in London, auch wenn sie die Bedingungen nicht einfach findet. "Es ist alles noch ein bisschen chaotisch hier", sagte Kerber. Für die Norddeutsche stand am Sonntag noch ein zweites Match auf dem Programm.

Mit Andrea Petkovic sollte sie im Doppel auf das an acht gesetzte Duo Sara Errani und Roberta Vinci aus Italien treffen. Petkovic gehörte zu den deutschen Tennisprofis, die bereits am ersten Tag des olympischen Turniers ihre Ambitionen im Einzel begraben mussten.

Auch für Annika Beck und Jan-Lennard Struff kam gleich das Aus, im Doppel scheiterten Laura Siegemund und Anna-Lena Grönefeld. Wenigstens Kohlschreiber war am Samstag gegen den Argentinier Guido Pella in drei Sätzen erfolgreich und hat beste Chancen auf das Achtelfinale. Gegen den Slowaken Andrej Martin geht der einzig verbliebene Deutsche im Herren-Einzel als Favorit in die Partie.

Ich denke, dass ich langsam ins Turnier finde. Ich fühle mich nach dem ersten Match immer besser, aber ich muss mich steigern.Angelique Kerber
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