Olympia
Nachtests überführen Dopingsünder

IOC-Präsident Thomas Bach sieht den Kampf gegen Doping auf einem guten Weg. Bei weiteren Nachtests von Proben von den Olympischen Spielen in London und Peking gab es erneut positive Befunde. Bild: dpa

Die Nachrichten über positive Doping-Nachtests von den Olympischen Spielen 2008 und 2012 reißen auch wenige Wochen vor der Eröffnung der Rio-Spiele nicht ab. 45 weitere Sportler sind nach IOC-Angaben auffällig. Eine Athletin verliert ihre Silbermedaille von Peking.

Lausanne. Noch vor der brisanten IOC-Entscheidung zu Russlands Rio-Teilnahme erschüttert das nächste Doping-Nachbeben die olympische Sportwelt. Bei einer zweiten Welle von Nachtests sind insgesamt weitere 45 Teilnehmer der Spiele 2008 in Peking und 2012 in London positiv getestet worden. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Freitag mit.

Damit erhöht sich die Gesamtzahl auffälliger oder sogar bereits überführter Athleten auf insgesamt schon 98. "Die neuen Nachtests zeigen ein weiteres Mal das Engagement des IOC im Kampf gegen Doping", sagte IOC-Präsident Thomas Bach in der Mitteilung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) teilte am Freitag mit, dass er vom IOC keine Nachricht aus Lausanne erhalten habe.

Türkin verliert Silber


Nach IOC-Angaben wurden wie schon bei der ersten Welle 30 Teilnehmer der Peking-Spiele in der A-Probe positiv getestet, unter ihnen sind 23 Medaillengewinner. Der türkischen Gewichtheberin Sibel Özkan entzog das IOC am Freitag ihre Silbermedaille in der Klasse bis 48 Kilogramm. Die 28-Jährige sei der Einnahme der verbotenen Substanz Stanozolol überführt worden, teilte das IOC mit. Die auffälligen unter den 386 Proben entfallen auf Athleten aus acht Nationen und vier Sportarten. Im Mai hatte das IOC die Ergebnisse der ersten 454 Proben bekanntgegeben, damals waren sechs Sportarten und Sportler aus zwölf Ländern von den positiven Proben betroffen, die inzwischen bestätigt sind.

Bei den nun analysierten 138 Nachtests der London-Spiele wurden 15 Sportler aus neun Nationen und zwei Sportarten sowohl in der A- als auch in der B-Probe positiv getestet. In einer ersten Welle hatte es 23 positive Fälle bei den 265 Proben gegeben, damals waren fünf Sportarten und sechs Nationen betroffen. Alle betroffenen Sportler und Nationalen Olympischen Komitees sind bereits informiert. Insgesamt wurden in den ersten beiden Wellen bislang 1243 Proben ein weiteres Mal mit verfeinerten Methoden analysiert.

Offen ist weiterhin, ob nach dem Ausschluss russischer Leichtathleten die komplette russische Mannschaft von den Rio-Spielen verbannt wird. Laut dem NOK des Landes waren 14 Sportler der Peking-Spiele - unter ihnen offenbar zehn Medaillengewinner wie Hochspringerin Anna Tschitscherowa - und acht der London-Spiele von den positiven Tests betroffen. Namen von Sportlern gab das IOC erneut nicht bekannt, einige weitere neben Tschitscherowa sind jedoch schon öffentlich.

20 Gewichtheber betroffen


Die kasachischen Gewichtheber-Olympiasieger Ilja Iljin, Sülfija Tschinschanlo, Maja Manesa und Swetlana Podobedowa gehören ebenso dazu wie die Olympia-Zweiten Apti Auchadow aus Russland sowie die Bronzemedaillen-Gewinnerinnen Julja Kalina aus der Ukraine und Marina Schkermankowa aus Weißrussland. Insgesamt sind vom Gewichtheber-Weltverband je zehn Fälle von 2008 und 2012 bestätigt.

Die neuen Nachtests zeigen ein weiteres Mal das Engagement des IOC im Kampf gegen Doping.IOC-Präsident Thomas Bach
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