Olympia
Olympia-Wirt setzt auf die „deutsche Karte“

Gerson Ferreira, Manager der Bar "Pesqueiro", ist für den Ansturm bei Olympia gerüstet. Gegenüber seiner Bar liegt das Deutsche Haus, der Treffpunkt von deutschen Sportlern, Funktionären und Politikern. Bild: dpa

Rio de Janeiro. Bei den Vorbereitungen auf den Reibach hat Gerson Ferreira noch etwas Luft nach oben. Was er einem deutschen Olympiasieger schenkt? "Hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht." Er überlegt: "Okay, ein Essen seiner Wahl". Was typisch Deutsches auf der Karte? "Bisher nicht geplant." Aber der voluminöse Kühlschrank ist zumindest schon voll mit Bier - auch mit viel Weizenbier der Marke "Petra" aus Petropolis, wo deutsche Einwanderer die Braukunst importiert haben. Er setzt auf's große Geschäft mit den Deutschen.

Der 28-Jährige ist Chef des "Pesqueiro", Eco Gourmet nennt sich die Bar. Seit 1990 gibt es sie, hier an diesem Traumstrand von Barra. Der glänzt weiß in der Sonne, viel schöner als der von Copacabana. Und: es gibt hier noch viel Platz für die Handtücher von Olympiasiegern, die bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro Gold ergattern.

Am riesigen Strand liegen sechs Leute. Unter der Woche ist hier nichts los, am Wochenende macht die Bar ihr Geschäft. Aber das wird nichts gegen den August sein. Die Strand-Bar ist die einzige weit und breit, die durch Zufall in eine absolute Premiumlage aufgerückt ist.

Denn gegenüber liegt einsam an der Küstenstraße das Ressort Blue Beach Point, ein interessanter Bau in Form eines Würfels, der von großen Strohdächern überspannt wird. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat es angemietet, es wird das "Deutsche Haus" während der Olympischen Spiele, der traditionelle Treffpunkt von Sportlern, Funktionären und Politikern. Sogar Bundespräsident Joachim Gauck wird hier am 6. August vorbeischauen.

Gersons Bar


Es liegt, getrennt durch eine malerische Lagune, die mit Booten überquert werden muss, nahe des Olympiaparks im Stadtteil Barra. Hier befinden sich die meisten Sportstätten. Das Ressort ist normalerweise der Wochenend-Treffpunkt von Mietern angrenzender Luxus-Apartments.

Als der Wirt Gerson Ferreira vom Mieterwechsel zu Olympia hörte, konnte er sich die Hände reiben. Denn das Ressort ist nicht sehr groß, wenn es proppevoll ist, werden garantiert nicht wenige die Straße überqueren, um am Strand zu feiern - und da gibt es eben nur Gersons Bar. Zwei Arbeiter schleifen mit kreischendem Lärm Theke und Küchenbereich ab, 300 Plätze soll es geben, 15 Leute zusätzliches Personal. Statt bis zu 6000 Reais (1660 Euro) sollen es dann jeden Tag 10 000 Reais (2765 Euro) Umsatz drin sein.

"Die Deutschen haben auch schon angefragt, was es bei uns so zu essen gibt." Die Spezialplatte sind gegrillte Meeresfrüchte, gratis wird es 60 Schirme und 120 Liegen am Strand geben. "Wir werden 24 Stunden am Tag offen haben."

Gerson Ferreira wird sicher zu den Gewinnern gehören. Nicht nur in seiner Strand-Bar wird renoviert, auch die ganze Küstenstraße ist aufgerissen und bekommt eine neue Asphaltdecke. Denn zu seinem Glück kommen hier nicht nur die Deutschen hin und werden für klingelnde Kassen sorgen - ganz in der Nähe seiner Bar werden auch die Gold-Entscheidungen der Geher und im Olympia-Einzelzeitfahren der Radelite ausgetragen.
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