Olympia
Reus glänzt erneut mit 100-Meter-Rekord

Mannheim. Die deutschen Leichtathletik-Asse reisen in starker Form nach Rio de Janeiro. Sprinter Julian Reus verbesserte beim Verabschiedungs-Meeting vor den Olympischen Spielen am Freitagabend in Mannheim erneut den deutschen Rekord über 100 Meter. Der Wattenscheider glänzte mit 10,01 Sekunden.

Raphael Holzdeppe, der lange verletzte Ex-Weltmeister im Stabhochsprung, bestand den Härtetest mit Bravour und bestätigte seine Olympia-Teilnahme. In Schönebeck gelang Diskus-Olympiasieger Robert Harting ein Sieg - allerdings erst im letzten Versuch. Der 28-jährige Reus hatte erst am 24. Juni in Zeulenroda die Rekordmarke auf 10,03 Sekunden gedrückt und kann nun selbstbewusst zu den Sommerspielen reisen. Die Bedingungen in Mannheim waren im Sprint mit 1,8 Metern pro Sekunde Rückenwind optimal. "Dass ich gut in Form bin, habe ich die ganze Saison gezeigt", sagte Reus. "Man nimmt den Schwung natürlich mit. Ich bin dieses Jahr dreimal unter 10,10 gelaufen, das ist eine unglaubliche Konstanz."

Holzdeppe übersprang trotz starken Seitenwinds 5,70 Meter und war danach total erleichtert. Der 26-Jährige aus Saarbrücken war ohne Norm nominiert worden und hatte noch einen Leistungsnachweis erbringen müssen. Er hatte sich im Februar einen Anriss des Außen- und Innenbandes im Sprunggelenk sowie der Syndesmose zugezogen. "Es war eine extrem schwere Generalprobe", sagte Holzdeppe.

Harting gewann in Schönebeck mit 66,95 Metern erst im letzten Versuch. Wenige Tage nach seinem verbalen Schlagaustausch mit IOC-Chef Thomas Bach leistete sich der dreimalige Weltmeister aus Berlin zuvor vier Fehlversuche nacheinander und blieb am Ende hinter seiner Saisonbestleistung von 68,06 Metern zurück. Im Kugelstoßen sicherte sich der Leipziger David Storl mit 21,23 Metern sicher den Sieg. Eine Niederlage um winzige zwei Zentimeter musste Europameisterin Christina Schwanitz hinnehmen, die im vierten Versuch ihre Vier-Kilo-Kugel auf 19,71 Meter wuchtete. Die für den SC Neubrandenburg startende Chinesin Lijia Gong kam jedoch im letzten Versuch auf 19,73 Meter.

Stark trumpften in Mannheim auch die deutschen Sprinterinnen auf. Tatjana Pinto aus Paderborn rannte in 11,00 Sekunden auf Platz eins und schob sich damit in der ewigen deutschen Bestenliste auf Platz sieben. Dahinter lief die EM-Dritte über 200 Meter, Gina Lückenkemper aus Dortmund, mit 11,04 Sekunden so schnell wie nie zuvor ins Ziel.
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