Olympia
Stromausfälle machen Sorgen

Rio de Janeiro. 106 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele ist die Generalprobe der Turner in Rio de Janeiro von erheblichen Organisationsmängeln beeinträchtigt worden. Obwohl Oberbürgermeister Eduardo Paes ständig Durchhalteparolen und Zuversicht verbreitet, kämpften die Organisatoren des olympischen Test Events inmitten der Großbaustelle rund um die bereits im Juli 2007 eröffnete Olympic Arena vor allem mit permanenten Stromausfällen. Die legten nicht nur das Wertungssystem lahm, sondern auch die Laptops von Kampfrichtern und Berichterstattern.

Nachdem zwei Drittel beim Test Event absolviert waren, stimmte auch der Internationale Turnverband (FIG) in den Chor der Rio-Kritiker ein. "Ich kann bestätigen, dass es noch großen Optimierungsbedarf gibt. Insofern sind die Organisatoren und auch der Weltverband froh, dass es dieses Test Event gegeben hat. Man hat die Schwächen noch einmal offenkundig gesehen und die gilt es jetzt abzustellen", sagte Wolfgang Willam, Mitglied des FIG-Exekutivkomitees.

Damit zielt der Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes nicht einmal vordergründig auf die mittlerweile fragliche Fertigstellung der dringend benötigten U-Bahn von der Copacabana und Ipanema ins Olympia-Viertel Barra. Ohne das zwei Milliarden Euro teure Projekt droht der Verkehr in der zwölf Millionen Einwohner großen Metropole während der Spiele völlig zu kollabieren.

Ähnliche Erfahrungen hatten bereits andere Verbände gemacht. Die Schwimmer, deren Testevent parallel in der aus Kostengründen unüberdachten Arena für Turmspringen stattfand, klagten über Wassertemperaturen von 32 Grad. In der Guanabara-Bucht, der Austragungsstätte für Segelwettbewerbe gibt es ebenso ernsthafte Probleme mit der Wasserqualität wie bei denen der Ruderer und Kanuten. Verzögerungen und Probleme auch bei den Reitern und beim Tennis. Und die Bahnradfahrer mussten ihren Test gänzlich absagen, weil die Holz-Piste noch gar nicht verlegt war.

Ein täglich fortgeschriebener Report des Weltverbandes soll nun helfen, zumindest beim Turnen die gröbsten Mängel zu beseitigen. "Da wird man mit den lokalen Organisatoren noch einmal ins Gericht gehen müssen, diese Dinge abzustellen",, forderte Willam.
Ich kann bestätigen, dass es noch großen Optimierungsbedarf gibt.Wolfgang Willam, Mitglied des FIG-Exekutivkomitees
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