Olympia
Um Gold im Maracanã

Die Ebermannsdorferin Sara Däbritz (links) hatte gegen Kanada das 2:0 erzielt und jubelte zuvor mit ihren Kolleginnen über die 1:0-Führung für das deutsche Team. Damit haben die Frauen das Finale erreicht. Bild: dpa

Belo Horizonte. Die Verhandlungen begannen noch auf der Pressekonferenz nach dem historischen Einzug ins Olympia-Finale. Annike Krahn schaute zu Bundestrainerin Silvia Neid und sagte mit einem Grinsen: "Da müssen wir noch einen harten Kampf führen. Aber vielleicht dürfen wir ja ein bisschen feiern." Neid, bekannt für ihre Strenge, wollte nach dem 2:0 (1:0) der deutschen Fußball-Frauen im Halbfinale gegen Kanada aber nicht als Spaßbremse dastehen und sagte vor der Abreise gen Rio einen lockeren Abend zu.

Denn auch ihr selbst stand vor dem Finale gegen Schweden am Freitag (22.30 Uhr MESZ) der Sinn danach. "Das ist ein wahnsinniges Gefühl. Wir wissen alle, dass wir gerade heute Geschichte geschrieben haben", sagte sie am Dienstagabend (Ortszeit) in Belo Horizonte. "Ich bin total stolz auf meine Mannschaft." Die Chance auf Gold bei Olympia - das gab es in der Geschichte des Frauenfußballs für ein deutsches Team noch nie."

Mit dem 300. Sieg der Länderspielgeschichte buchten die DFB-Frauen das Ticket nach Rio und bekommen nun an den letzten Tagen noch die volle Dosis Olympia-Feeling. "Was wir geschafft haben, muss man erst mal sacken lassen und realisieren. Wir sind mega stolz, dass wir nun nach Rio fahren und ins Dorf einziehen", jubelte Saskia Bartusiak nach dem 100. Länderspiel ihrer Karriere. "Das macht Olympia auch aus, dass man ins Olympische Dorf kann. Hätten wir verloren, wären wir gar nicht ins Dorf gekommen. Das wäre komisch gewesen", sagte Melanie Behringer.

Sie hatte per Elfmeter das 1:0 besorgt (21.) und damit ihren fünften Treffer im fünften Turnierspiel erzielt. Sara Däbritz (59.) machte mit dem Tor zum 2:0 alles klar. "Ich kann das noch gar nicht richtig fassen. Für uns geht ein großer Traum in Erfüllung", erklärte Angreiferin Alexandra Popp, die gegen Kanada einiges einstecken musste und wie Melanie Leupolz etwas mehr Zeit in der medizinischen Abteilung verbringen wird. Dort treffen beide auf Dzsenifer Maroszan, die mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel zur Halbzeit ausgewechselt worden war.

Dem ersehnten Olympiasieg steht nun nur noch Schweden im Weg. Die Skandinavierinnen setzten sich im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Brasilien mit 4:3 durch und warfen damit nach Weltmeister USA den zweiten Topfavoriten aus dem Turnier.
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