Olympische Spiele in Rio
Zehnkämpfer starten enttäuschend

Rio de Janeiro. (dpa) Die deutschen Leichtathleten laufen nach dem Medaillen-Doppelschlag im Diskus weiter der nächsten olympischen Edelplakette hinterher. Einen Dämpfer haben die Hoffnungen im Zehnkampf bekommen. Nach drei Disziplinen am Mittwoch liegt nur Kai Kazmirek gut im Rennen, Rico Freimuth gab auf. Conseslus Kipruto verlängerte das Gold-Abo von Kenia über 3000 Meter Hindernis und holte den neunten Olympiasieg nacheinander. Der Einzug der Südafrikanerin Caster Semenya ins olympische Halbfinale über 800 Meter war von einer Geschlechter-Debatte begleitet.

Als bester deutscher Mehrkämpfer belegte der WM-Sechste Kazmirek von der LG Rhein-Wied im Zwischenklassement Rang fünf mit 2633 Punkten. Medaillenmitfavorit Arthur Abele liegt auf Rang 15, der WM-Dritte Rico Freimuth musste auf Platz 18 mit Rückenbeschwerden den Wettkampf vorzeitig aufgeben. Weltrekordler Ashton Eaton aus den USA hat sich an der Spitze bereits einen guten Vorsprung auf den WM-Zweiten Damian Warner aus Kanada herausgearbeitet.

Der 21-jährige Kipruto winkte in Rio de Janeiro schon in der letzten Kurve des Hindernisrennens fröhlich ins Publikum und gewann überlegen in 8:03,28 Minuten. So schnell war zuvor noch nie ein Läufer auf dieser Distanz bei Olympischen Spielen. Silber ging überraschend an den Amerikaner Evan Jager (8:04,28). Ezekiel Kemboi musste sich in 8:08,47 Minuten mit Bronze begnügen.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband wartet seit Gold und Bronze für Christoph Harting und Daniel Jasinki am vergangenen Samstag weiter auf einen weiteren Medaillengewinn. 2004 in London holten die DLV-Asse acht Edelplaketten.

Die Dominanz von Caster Semenya in den 800-Meter-Vorläufen belebte die Diskussion um ihr Geschlecht und den damit eventuell verbundenen Leistungsvorteil. Gestartet wurde die Debatte nach Semenyas WM-Goldlauf 2009. Fast mühelos ließ die damals 18-Jährige ihre Konkurrenz hinter sich. Später drohte der Karriere Semenyas ein jähes Ende, weil der Weltverband IAAF wegen Zweifeln an ihrer Sexualität ein elfmonatiges Startverbot aussprach.
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