Olympische Spiele
Segeln in der Kloake

Rio de Janeiro. Giftstoffe, Müll, Tierkadaver und nun ein menschlicher Arm: Rio de Janeiros Olympia-Segelrevier, die Guanabara-Bucht, ist sehr umstritten. Wird das Revier doch noch verlegt?

Eigentlich steht die Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro für eines der berühmtesten Postkartenmotive der Welt mit dem Zuckerhut im Hintergrund. Im August sollen hier die Olympischen Segelwettbewerbe stattfinden, doch die Bedingungen sind teilweise katastrophal, das Wasser verdreckt und belastet.

Leiche geborgen


Viele Segler fahren mit einem mulmigen Gefühl nach Rio. Und jetzt gibt es neue schlechte Schlagzeilen. Ein der Zeitung "O Globo" zugespieltes Bild eines Männerarms inmitten einer schäumenden Brühe ist die neueste Hiobsbotschaft aus dem Segelrevier Rios. Dabei ist die Idee der Organisatoren: Segelwettbewerbe, die mit der Macht der Bilder glänzen. Feuerwehrleute entdeckten nun auch noch eine männliche Leiche in dem Gewässer.

Am Wochenende beerdigten Umweltaktivisten symbolisch die Guanabara-Bucht. Längst schon haben sich die Organisatoren vom Versprechen einer vollständigen Säuberung verabschiedet, betonen aber, es werde kein Gesundheitsrisiko für die Segler geben.

Der Druck ist enorm: In den nächsten Monaten wird unter anderem das Internationale Olympische Komitee (IOC) eigene Wassertests durchführen lassen - sie könnten schlecht ausfallen. Denn die Bucht ist riesig, es ist die Einfahrtstraße der Containerschiffe in den Hafen und von überall her werden Abwässer eingeleitet.

Hier schwimmt auch kein Bewohner Rios. Im Wasser treiben Unmengen an Müll, auch Tierkadaver, Fäkalien, Ölfilme sind immer wieder zu sehen - und es stinkt. Erst im Januar wurden mehrere Tonnen tote Fische angespült. Bürgermeister Eduardo Paes lehnt eine Verlegung in das 190 Kilometer nördlich gelegene Segelrevier von Buzios dennoch ab. Segelverbände hatten diese Variante ins Spiel gebracht.
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