Pal Dardai soll die Berliner wieder in die Spur bringen - Lange Nacht in der Chef-Etage
Hertha feuert Luhukay und holt ein Idol

Pal Dardai erklärt, wie er die Hertha retten will. Bild: dpa
Mit dem zuletzt nur noch traurigen Trainerkapitel Jos Luhukay wollte sich der neue Hertha-Hoffnungsträger Pal Dardai gar nicht mehr beschäftigen. "Jeder erwartet von mir eine Riesen-Rederei. Da kann man viel erzählen. Aber es gibt keine Zeit", erklärte der neue Interims-Chefcoach von Hertha BSC, bei seiner Vorstellung am Donnerstag. Der Ungar, Rekordspieler und Fan-Liebling des Berliner Fußball-Bundesligisten, ist der neue Übergangs-Trainer des auf einen Abstiegsplatz abgestürzten Hauptstadtclubs.

"Pal Dardai und Rainer Widmayer werden bis auf weiteres mit der Aufgabe betraut", sagte Preetz. Er haben "vollstes Vertrauen" in ihre Fähigkeiten. "Auf der anderen Seite ist es unsere Pflicht, uns den einen oder anderen Gedanken darüber hinaus zu machen." Damit bleibt eine Hintertür offen, noch einen neuen Retter zu holen. Der schon als Profi als Kämpfer bekannte Dardai will seine Chance ergreifen und kündigte am Donnerstag an: "Ich werde bis zum Tode arbeiten", damit sein Team schon vorzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun habe.

Kein Vertrauen mehr

Am Tag nach dem Absturz in die "Rote Zone" kam wie erwartet das Aus für Luhukay. Die Hertha-Chef-Etage hatte kein Vertrauen mehr, dass Luhukay sein verunsichertes Team noch aus der Krise führen könnte. "Nach einer langen Nacht" seien die Verantwortlichen zu der Erkenntnis gekommen, "dass wir einen neuen Impuls auf der Position des Cheftrainers setzen sollten", erklärte Preetz. Auch Luhukays Assistenten Markus Gellhaus und Rob Reekers mussten gehen.

Nicht mal für eine Verabschiedung Luhukays von der Mannschaft blieb Zeit. "Das wird er nachholen", sagte Preetz. Der Niederländer hatte noch auf eine Chance beim nächsten Spiel am Samstag in Mainz gehofft. Doch die Stimmung bei Fans, im Verein und auch bei den Spielern war nach nur vier Punkten in den letzten sieben Spielen gekippt.

Dardai, der mit 286 in der 1. Liga und elf in der 2. Liga die meisten Spiele in der Hertha-Historie bestritt, will das als erste Maßnahme wieder ändern. "Wir wollen eine positive Stimmung aufbauen", betonte der einstige Mittelfeld-Arbeiter. Bisher hatte er die U15 von Hertha und parallel die ungarische Nationalmannschaft betreut. Genauere Absprachen mit Ungarns Fußball-Verband soll es in der kommenden Woche geben.
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