Paralympics 2016
Medaillenflut für deutsches Team

Der vierte Streich: Michael Teuber raste in Rio zu seinem vierten Gold im Zeitfahren in Folge. Er ist der Einzige, der in dieser Disziplin, die 2004 eingeführt wurde, bisher gewonnen hat. Bild: dpa

Auf der Straße von Barra lag das große Glück der deutschen Radsportler. Angeführt von den Siegern Michael Teuber, Dorothee Vieth und Hans-Peter Durst gab es bei den Paralympics sechs Medaillen. Im Olympiastadion feierte Franziska Liebhardt Silber.

Rio de Janeiro. Die Straßen am Strand von Barra waren für die deutschen Radfahrer mit Gold gepflastert. Erst raste Abonnement-Sieger Michael Teuber in Rio de Janeiro zu seinem vierten Paralympics-Erfolg im Zeitfahren in Serie, wenig später feierte Dorothee Vieth ihr erstes Gold bei Weltspielen des Behindertensports und dann siegte auch noch Hans-Peter Durst im Zeitfahren über 20 km mit dreirädrigem Fahrrad.

Und damit nicht genug: Andrea Eskau und Denise Schindler jeweils als Zweite sowie Vico Merklein als Dritter sorgten am Mittwoch aus deutscher Sicht für den bislang medaillenträchtigsten Vormittag bei diesen Spielen. "Das ist eine Riesennummer", sagte der Chef de Mission, Karl Quade. "Die Ergebnisse waren in dieser Form nicht zu erwarten, umso schöner, dass es so toll geklappt hat."

Knapp 20 Kilometer von der Radstrecke entfernt schrieb auch Franziska Liebhardt ihre tolle Geschichte weiter. Nicht einmal 20 Stunden nach ihrem Sieg im Kugelstoßen gewann die 34-jährige Leverkusenerin, die an einer Autoimmunerkrankung leidet, zum Abschluss ihrer kurzen Karriere Silber im Weitsprung. Mit 4,42 Metern musste sie sich nur der Chinesin Xiaoyan Wen geschlagen geben, die mit 5,14 Metern Weltrekord sprang. Durch die Medaillenflut kletterte die deutsche Mannschaft mit 8-mal Gold, 13-mal Silber und 8-mal Bronze auf den siebten Platz der Nationenwertung.

Für die Szene des Tages sorgte Michael Teuber: Helm ab, sein Bruder Christian richtete ihm die Haare - und dann posierte der 48-Jährige mit der Deutschland-Fahne über der Schulter vor der Strandkulisse am Atlantik. "Es ist einfach geil, wenn man einen Plan hat, vier Jahre daraufhin arbeitet, am Tag X alles funktioniert und am Schluss den Sieg nach Hause tragen kann", sagte der Bayer.

Teuber hatte nicht nur sein Aussehen, sondern auch seine Gold-Fahrt perfekt durchgestylt. 17 000 Trainingskilometer, eine Streckenbesichtigung schon 2013 und ein auf seine Fahrhaltung abgestimmtes Rad - er hatte nichts dem Zufall überlassen. Sein Ziel war klar: Er wollte der einzige Sieger im Zeitfahren seine Klasse bleiben, seit diese Disziplin 2004 eingeführt wurde. "Ich bin jetzt überglücklich: Fünftes Gold, viermal hintereinander im Zeitfahren gewonnen - das hat außer mir keiner geschafft. Daher habe ich auch ein bisschen Geschichte geschrieben, einfach geil", kommentierte er.

Nur wenig später jubelte dann die querschnittgelähmte Dorothee Vieth ausgelassen über ihren 20-Kilometer-Sieg mit dem Handbike. Sie erklärte ihren Erfolg so: "Ich habe mich zunehmend professionalisiert."

Ich habe auch ein bisschen Geschichte geschrieben.Michael Teuber
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