Paulaner-Elf schlägt sich wacker

Dominik Forster stand in den ersten 45 Minuten im Tor der Paulaner-Elf. Der Keeper der SpVgg SV Weiden kassierte vier Gegentreffer, bewahrte aber seine Elf mehrmals vor einem höheren Rückstand. In dieser Szene rettet er vor Nationalspieler Thomas Müller. Bilder: Baehnisch

Na denn, Prost! Nach so einem mutigen Auftritt darf man schon mal kräftig anstoßen. Die Paulaner-Auswahl verlor zwar mit 1:6 gegen den FC Bayern. Was aber wichtiger war: Die Hobby-Kicker spielten Fußball mit ganz viel Herz.

Einmal selbst gegen die Bayern spielen: 41 000 Amateurfußballer hatten sich beim weltweiten Casting beworben, für 30 Kicker aus neun Ländern ging am Montagabend dieser Traum in Erfüllung. "Das ist einer von solchen Momenten, die man sich nicht kaufen kann", sagte Paul Breitner vor dem Anpfiff in der Regensburger Continental-Arena. Das Jury-Mitglied des Paulaner-Cups schickte die Underdogs vor 12 000 Zuschauern mit Vorschusslorbeeren aufs Feld: "Das sind alles gute Fußballer. Die wollen zeigen, was sie können."

Und das taten sie dann auch. So gut es eben ging gegen eine Bayern-Elf, bei der Trainer Pep Guardiola die Weltmeister Manuel Neuer, Thomas Müller, Philipp Lahm und Xabi Alonso aufbot. Daneben standen Rafinha, Jan Kirchhoff, Holger Badstuber, Joshua Kimmich, Gianluca Gaudino, Patrick Weihrauch und Fabian Benko in der Startelf. Auf der Ersatzbank nahm mit Javier Martinez ein potenzieller Stammspieler Platz, der Rest setzte sich aus Nachwuchskräften zusammen.

Und bei der Paulaner-Auswahl? Da stand mit Dominik Forster der einzige Oberpfälzer, der mit einer Wild Card in das Aufgebot gerutscht war, in der Anfangsformation. Eine Viertelstunde hielt der Keeper des Bayernligisten SpVgg SV Weiden seinen Kasten dicht, zeigte zwei, drei Großtaten. Bis zur 17. Minute: Lahm vollendete eine Hereingabe per Hacke zum 0:1.

Die Paulaner krempelten die Ärmel hoch, die Tore machten aber die drückend überlegenen Bayern. Weihrauch (28./37.) und der eingewechselte Karl-Heinz Lappe (38.) schraubten das Resultat bis zur Pause auf 4:0.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Neuer und Müller längst von den Socken gemacht. In der 18. Minute ging es quer über den Platz und dann weiter zum Treffpunkt der deutschen Nationalelf, die am Freitag gegen Frankreich ein Test-Länderspiel gegen Frankreich bestreitet.

Zur Pause kündigte Waldemar Hartmann, Teamchef der Paulaner-Elf, an: "Die Bayern müssen sich warm anziehen. Wir schlagen zurück." Nur schade, dass die Profis der frechen Ankündigung im Wege standen. Alonso traf per abgefälschtem Freistoß (56.), Lucas Scholl aus 12 Metern (78.). Dazwischen verwandelte Peter Mair aus Südtirol einen Handelfmeter zum zwischenzeitlichen 5:1 (75.). "Normal schieße ich keine Elfmeter, aber heute konnte das nicht schiefgehen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl", jubelte der 28-Jährige. Und da die Partie im freundschaftlichen Rahmen verlief, fand's am Ende auch Bayern-Kapitän Lahm "super": "Es war wichtig, dass auch die Amateurfußballer ihren Spaß hatten."

Derweil stand Dominik Forster in den Katakomben und grinste über das ganze Gesicht. "Es ist einfach geil, gegen die Bayern zu spielen", sagte der Weidener. Und zeigte stolz das Trikot von Philipp Lahm: "Das habe ich ihm zur Halbzeit abgeluchst." Auch ein traumhafter Moment.
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