Pep muss Barça wegräumen

Trainer Pep Guardiola (links) war in seiner erfolgreichen Zeit beim FC Barcelona der Liebling der Fans und der Spieler. Im Champions-League-Halbfinale kehrt der Starcoach an seine alte Wirkungsstätte zurück. Bild: dpa

Pep gegen Barça - was für ein Königsklassen-Duell. Auf dem Weg ins große Berliner Finale müssen die Bayern Guardiolas Ex-Club besiegen. "Glaubt mir, sie sind die Stärksten", schwärmt der Katalane. Sein aktueller Club kann schon am Wochenende wieder die Nummer 1 werden.

"Auf geht's!" Pep Guardiola war direkt nach dem Mega-Los FC Barcelona voller Adrenalin. Das endspielwürdige Halbfinalduell mit seiner großen Liebe Barça elektrisierte nicht nur den katalanischen Trainer, sondern den gesamten FC Bayern. "Glaubt mir, sie sind die Stärksten", verkündete Guardiola am Freitag. Er stellte das katalanische Starensemble mit dem Supersturm um Lionel Messi noch über Titelverteidiger Real Madrid, der als klarer Favorit in das andere Semifinale gegen Juventus Turin geht.

Spezielles Gefühl

Die letzte große Hürde auf dem Weg ins halbe Heimfinale am 6. Juni in Berlin rückte am Freitag in München den möglichen Gewinn des 25. Meistertitels schon an diesem Wochenende in den Hintergrund. "Ich wusste, dass es früher oder später passiert. Es ist meine erste Rückkehr nach Barcelona, meinem Zuhause. Natürlich ist es speziell für mich, für Thiago, für meinen Stab. Barcelona ist mein Leben, ich war dort Spieler, ich war dort Trainer", erklärte Guardiola.

Auf 50:50 taxierten Sportvorstand Matthias Sammer und Kapitän Philipp Lahm die Chancen. Die Fans dürfen ein Spektakel erwarten. "Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die Fußball spielen wollen", betonte Lahm. "Ich hatte es im Gefühl", sagte Sammer, der die Auslosung gemeinsam mit Guardiola verfolgt hatte, "denn diese Geschichten schreibt der Fußball".

Trotzdem sei es kein Duell Pep gegen Barça, betonte Sammer: "Entscheidend ist, dass immer noch die Spieler im Mittelpunkt stehen." Und da sticht Barcelonas Offensive mit Messi, Neymar und Luis Suárez heraus. "Was Barcelona vorne hat, ist super", urteilte Sammer, konterte aber zugleich: "Und das, was Bayern vorne hat, ist auch super." Lewandowski, Müller, Götze, dazu Arjen Robben, der ebenfalls vor einem Comeback steht.

Zweimal Top-Form

7:0! So lautete das Gesamtergebnis im Halbfinale 2013, als der FC Bayern den großen FC Barcelona auf dem Weg zum Titelgewinn ebenfalls im Halbfinale demontieren konnte. Es geschah im Jahr eins nach Guardiola. Mit ihm als Trainer hatten die Katalanen den FC Bayern unter Jürgen Klinsmann 2009 im Viertelfinal-Hinspiel mit 4:0 in Barcelona überrollt. "Wir benötigen schon zwei Tages-Topformen", prophezeite Nationaltorhüter Manuel Neuer.

Guardiola gegen Barça, das ist die besondere Konstellation in diesem Duell, trotz Messi, trotz des deutschen Torhüters Marc-André ter Stegen, trotz des neuen Bayern-Lieblings Thiago, der in Barcelona das Fußballspielen lernte. Zwischen 2008 und 2012 führte Guardiola die Katalanen zu zwei Champions-League-Triumphen (2009, 2011), drei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen. Immer noch steckt viel Pep im FC Barcelona. "Sie haben Neymar und Luis Suárez gekauft. Die Spielweise aber ist fast die gleiche", sagte Guardiola zur Formation unter seinem früheren Teamkollegen Luis Enrique.
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