Perfekter deutscher Tag

Stolz präsentiert Paul Biedermann seine Goldmedaille, die er über 200 m Freistil gewann. Bild: dpa

Was für ein Abschied für Paul Biedermann! Nach seinem letzten Start bei einer Kurzbahn-EM genießt der Weltrekordler noch einmal Hymne. Weltmeister Marco Koch macht mit dem zweiten Gold den Tag aus deutscher Sicht perfekt - und ärgert sich über fünf Hundertstel.

Weltrekordler Paul Biedermann kostete den EM-Abschied als Goldmedaillengewinner voll aus, Weltmeister Marco Koch feierte grinsend den nächsten Titel in deutscher Rekordzeit. Die deutschen Topschwimmer haben auf dem langen Weg zu den Olympischen Spielen in Rio bei der Kurzbahn-EM mit zwei Siegen binnen weniger Minuten überzeugt. Einen Tag nach Silber über 400 Meter Freistil gewann Weltrekordler Biedermann am Donnerstag in Netanya über die halbe Distanz in 1:42,68 Minuten sein siebtes und letztes EM-Gold. Koch schrammte bei seinem souveränen Auftritt über 200 Meter Brust in 2:00,53 Minuten nur um fünf Hundertstelsekunden am Weltrekord vorbei. Nur 0,29 Sekunden fehlten der deutschen Mixed-Staffel auf Bronze.

Biedermann schlug beim goldenen Abschied von der Kurzbahn kraftvoll ins Wasser. Sieg im letzten internationalen Rennen auf der 25-Meter-Bahn - viel besser hätte es für den 29-Jährigen acht Monate vor den Sommerspielen nicht laufen können. "Ich freue mich sehr, mein letztes Kurzbahnrennen und dann noch einmal Gold. Einfach schön. Ich habe alles gegeben und bin zufrieden mit der Zeit", klang der sonst sehr sachliche Biedermann schon recht emotional.

Stolz stand er zu den Klängen der Hymne später ganz oben auf dem Podest. "Ich freue mich so, so schön. Ich bin erstmal ganz erleichtert", gestand der 29-Jährige. 0,17 Sekunden betrug Biedermanns Vorsprung am Ende auf den Belgier Pieter Timmers.

Weltrekord knapp verpasst

Goldfavorit Koch siegte deutlich klarer. 1,46 Sekunden betrug sein Vorsprung auf den Ungarn Daniel Gyurta, dem er wenigstens den Weltrekord noch ließ. "Scheiße" habe er beim Blick auf die Anzeigetafel gedacht, schilderte Koch. "So knapp, da wäre ich lieber deutlicher drüber gewesen." Aber letztlich war das bestenfalls ein klitzekleiner Schönheitsfehler am beeindruckenden Auftritt. "Das war ein schönes Rennen mit persönlicher Bestzeit", hob der Weltmeister dieses Sommers aus Kasan hervor. Für den 25-Jährigen war es der zweite EM-Titel auf einer 25-Meter-Bahn nach 2010.

Christian vom Lehn schlug im Finale über 200 Meter Brust als Sechster in 2:05,32 Minuten an, Philip Heintz kam im Biedermann-Rennen in 1:44,27 auf Rang sieben. Jenny Mensing belegt über 100 Meter Rücken in 58,85 Sekunden Rang acht. Bei seiner EM-Premiere belegte Marius Kusch über 100 Meter Schmetterling in 50,83 Sekunden ebenfalls den achten Platz. Die Mixed-Staffel mit Jan-Philip Glania, Koch, Alexandra Wenk und Nina Kost schlug sich über 4 x 50 Meter Lagen in 1:39,32 auf dem fünften Rang beim Sieg Italiens (1:38,33) achtbar.
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