Pflichtprogramm für Bundesliga

Es war schon immer etwas los, wenn Dynamo Dresden und Borussia Dortmund im DFB-Pokal aufeinandertrafen. Am 25. Oktober 2011 zündeten Dresdener Anhänger Feuerwerkskörper in ihrem Fanblock in Dortmund (Bild). Das hatte für Dynamo eine saftige Geldstrafe und ein Geisterspiel zur Folge. Heute hoffen die Verantwortlichen auf ein friedliches Pokalfest. Bild: dpa

Mit Freiburg gegen Köln gibt es im Pokal-Achtelfinale nur ein Duell zweier Erstligisten. Die anderen Oberhaus-Clubs müssen gegen Teams aus unteren Ligen ran. Und für die geht es um Ruhm und durchaus ordentliches Geld.

Für die Topclubs ist das Pokal-Achtelfinale vor allem Pflichtprogramm, den Außenseitern winkt eine erkleckliche Prämie und im besten Fall Ruhm und Ehre. Für den Einzug in die nächste Runde kommen zu den bisher verdienten 935 000 Euro weitere 1,041 Millionen Euro aus der zentralen Vermarktung des DFB sowie die Zuschauereinnahmen.

Für Titelverteidiger Bayern München, der Eintracht Braunschweig empfängt, dürfte das Geld wohl kaum die Motivation sein. Schon eher die Aussicht, die seit 1935 ausgespielte traditionsreiche Trophäe als erster Verein zum dritten Mal hintereinander zu gewinnen.

Über eine fette Einnahme kann sich Kickers Offenbach im ausverkauften neuen Stadion am Bieberer Berg freuen. Borussia Mönchengladbach kommt mit dem früheren Kickers-Spieler Andre Hahn, der vor seinem Wechsel nach Augsburg eineinhalb Jahre für die Hessen spielte. Zudem ist die Partie am Mittwoch (20.30 Uhr) ein Live-Spiel bei Sky und im Free-TV bei der ARD. Keinesfalls will sich der Bundesliga-Dritte beim einzig verbliebenen Viertliga-Club blamieren: "In Offenbach müssen wir so auftreten wie gegen Paderborn. Wir wissen, was uns bevorsteht, das wird sehr hitzig", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Rechtzeitig ist auch Borussia Dortmund richtig in Schwung gekommen. Der Pokalsieg am 30. Mai im Olympiastadion wäre ein schönes Trostpflaster für die enttäuschenden Liga-Auftritte und ein kurzer Weg in die Europa-League. Mit dem Rückenwind von zuletzt vier Siegen, insbesondere dem begeisternden 3:0 im Derby gegen Schalke fährt der BVB voller Selbstbewusstsein zum Ruhrgebietsschreck Dynamo Dresden. Der Drittligist aus Sachsen, der schon die Königsblauen und den Zweitligisten VfL Bochum ausschaltete, will jedoch zum Spielverderber für den dritten Revierclub werden.

"Es ist ein Bonusspiel für uns", sagte Dynamo-Verteidiger David Vrzogic, der einst als E-Jugendlicher zur Borussia kam und dessen Herz nur am Dienstag (20.30 Uhr/Sky und ARD) nicht für Schwarzgelb schlägt. "Das Spiel wird schwieriger als gegen Schalke", warnte Sportdirektor Michael Zorc.

Der Fußball-Osten ist nicht nur durch Dresden vertreten, sondern auch durch RB Leipzig. Der Zweitliga-Neuling hat zwar ein Heimspiel, aber auch einen der schwersten Gegner: Kaum zu erwarten, dass sich der zurzeit in Galaform auftrumpfende Bundesliga-Zweite VfL Wolfsburg noch einmal so in Leipzig blamiert wie 2011, als die Niedersachsen mit Trainer Felix Magath beim damaligen Viertligisten ausschieden (2:3). "Es gibt nur ein Ziel, dass wir weiterkommen", stellte VfL-Torjäger Bas Dost nach dem 5:3 in Bermen am Sonntag klar.

Wie Leipzig träumt der 1. FC Kaiserslautern vom Déjà-vu. Im Viertelfinale des Vorjahres setzten sich die Pfälzer in Leverkusen nach Verlängerung durch und würden dies gern wiederholen. Bayer-Coach Roger Schmidt nimmt den Aufstiegsaspiranten sehr ernst. "Es wird eine schwierige Aufgabe, weil Kaiserslautern in der 2. Liga eine Topmannschaft ist."

Neben dem einzigen Erstliga-Duell SC Freiburg - 1. FC Köln runden das baden-württembergische Derby zwischen dem Zweitligisten VfR Aalen und 1899 Hoffenheim sowie das Heimspiel des Drittliga-Spitzenreiters Arminia Bielefeld gegen Werder Bremen die Pokalrunde ab.
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