Piszczek fällt sechs Wochen aus

Lukasz Piszczek mit schmerzverzerrtem Gesicht: Der Außenverteidiger von Borussia Dortmund erlitt im Achtelfinal-Hinspiel der Champions-League bei Juventus Turin einen Teilriss der vorderen Syndesmose im linken Sprunggelenk und fällt sechs Wochen aus. Bild: dpa

Bei allem Frust überwog die Zuversicht. Nach dem 1:2 in Turin glauben die Dortmunder weiter an den Einzug ins Viertelfinale der Champions-League. Darüber hinaus werten viele Profis den Auftritt als Mutmacher für das Revierderby gegen Schalke.

Die Passagiere aus der letzten Reihe standen quasi unter Quarantäne. Weit entfernt von ihren im vorderen Bereich des Flugzeugs untergebrachten Mitspielern traten Neven Subotic, Kevin Kampl und Shinji Kagawa den Rückweg aus Turin Richtung Dortmund an - ausgestattet mit einem Mundschutz. Die Sonderbehandlung für die drei an einem Magen-Darm-Infekt erkrankten BVB-Profis sollte das Ansteckungsrisiko für die Mitreisenden minimieren. "Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Eigentlich sind die drei nicht mehr ansteckend und auf dem Weg der Besserung", kommentierte Mannschaftsarzt Markus Braun die skurrile Szenerie.

Das positive Bulletin des Mediziners besserte die Laune von Trainer Jürgen Klopp zusätzlich auf. Schließlich haben sich die Einsatzchancen der Rekonvaleszenten für das Revierderby am Samstag gegen den FC Schalke 04 damit erhöht. Ohnehin war der als Heißsporn bekannte Fußball-Lehrer nach einer Niederlage selten so entspannt. Trotz der dummen Abwehrfehler seiner Profis beim 1:2 (1:2) bei Juventus Turin hielt sich der Ärger des Dortmunder Trainers in Grenzen. "Wenn schon verlieren, dann 1:2", sagte er ungewohnt unaufgeregt. Ähnlich zuversichtlich fiel die Prognose von Weltmeister Mats Hummels für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions-League am 18. März aus: "Wir haben die Aussicht, mit einem 1:0 weiterzukommen. Ich bin deshalb nicht übermäßig traurig."

Zum wiederholten Mal in dieser Saison brachte die wackelige Abwehr den Revierclub um einen höheren Ertrag. Beide Fehler vor den Gegentoren von Carlos Tévez (13. Minute) und Álvaro Morata (42.) waren eines Achtelfinalisten unwürdig. Immerhin wahrte der BVB dank des Treffers von Marco Reus (18.) die Chance auf den dritten Viertelfinaleinzug in Serie.

Bei aller Zuversicht für das Rückspiel verwies der Dortmunder Torschütze vom Dienst jedoch auf die fehlende Torgefahr seiner Mannschaft über weite Strecken der Partie: "Nach dem 1:1 hatte ich gedacht, dass mehr drin ist. Wir waren zu schwach nach vorne, müssen gerade im letzten Drittel zielstrebiger sein."

Viele Profis werteten die Niederlage dennoch als Mutmacher für das prestigeträchtige Kräftemessen mit dem Erzrivalen Schalke. Allerdings muss Trainer Klopp vor allem in der Abwehr mehr rotieren, als ihm lieb ist. Schließlich wird Lukasz Piszczek sechs Wochen fehlen. Wie der BVB am Mittwoch mitteilte, hat sich der polnische Außenverteidiger einen Teilriss der vorderen Syndesmose im linken Sprunggelenk zugezogen. Er war nach einem Foul noch Paul Pogba ausgewechselt worden. Zum Leidwesen von Klopp ging auch für Sokratis die Partie vorzeitig zu Ende. Der Abwehrspieler klagte über muskuläre Probleme im Leistenbereich.
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