Podolski mit großem Respekt vor seinem Geburtsland Polen - Schwere Zeit
Bei einem Tor kein Jubel

Ungeduldig schaute Lukas Podolski hinter der großen Werbebande hervor. Im Raum "Copernicus" des Warschauer Teamhotels saß vor der Sponsorentafel Joachim Löw und redete über Podolskis Chancen, im EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in Polen wieder in der Startelf zu stehen. "Lukas hat bei uns schon immer berechtigte Hoffnungen, dass er von Beginn weg spielen kann", sagte der DFB-Chefcoach. Als Löw seine Ausführungen beendet hatte und Podolski selbst zu den Journalisten sprach, hörte sich das weniger optimistisch an. "Jeder kennt meine Situation im Verein. Ich habe nicht den Spielrhythmus, um irgendwelche Ansprüche zu stellen", sagte der gebürtige Pole.

Erfahrenster Nationalspieler

Nur in fünf der bisherigen 13 Pflichtspiele kam Podolski in dieser Saison beim FC Arsenal zum Zuge, in der ersten Elf stand er nur im unbedeutenden Ligapokal. Und auch im DFB-Team war der mit 118 Länderspielen und 47 Toren erfahrenste und erfolgreichste aktuelle deutsche Nationalspieler zuletzt nur Ersatz.

So stellt sich auch Löw die Frage, ob Podolski doch als Einwechselspieler wichtiger sein kann. "Man weiß, dass Lukas extrem viel Dynamik ins Spiel bringt. Ich weiß aber auch, dass Lukas auch von Beginn an spielen kann. Beides ist denkbar", bemerkte der Bundestrainer.

"Ich versuche fit zu sein, und ich bin auch fit", versicherte Podolski, der aus dem oberschlesischen Gliwice stammt: "Den Rest entscheidet der Trainer." Wenn er reinkommen sollte, "werde ich alles geben", meinte der Wahl-Engländer. Auf die Sehnsucht der Polen, endlich einmal den Nachbarn in einem Länderspiel zu bezwingen, will Podolski keine Rücksicht nehmen. "Ich kann die Menschen gut verstehen, aber ich bin Sportler durch und durch, werde keinen Prozent nachlassen, um Geschenke zu verteilen", betonte Podolski. Auf einen Torjubel und auf den Jubel nach einem Sieg aber würde er aus Respekt vor den polnischen Fans verzichten.
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